Eine starke Idee mit Luft nach oben.

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wickyliest Avatar

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„Hazel sagt nein“ war für mich so ein Buch, das mich schon nach der Leseprobe total neugierig gemacht hat. Die ersten Kapitel haben mich direkt gecatcht und ich wollte unbedingt wissen, wie es mit der Familie Blum weitergeht. Vor allem Hazel und ihr Bruder Wolf mochte ich richtig gerne und ich fand es spannend, die beiden durch diese ganze Geschichte zu begleiten. Das Kleinstadt-Setting wurde total lebendig dargestellt und man hatte wirklich das Gefühl, selbst mitten in Riverburg zu sein.

Besonders gut gefallen hat mir, dass im Buch viele wichtige Themen angesprochen werden – Machtmissbrauch, Mut, mental health und die Auswirkungen auf eine ganze Familie. Allerdings hätte ich mir bei vielen Punkten deutlich mehr Tiefe gewünscht. Vieles wurde eher angerissen und nicht wirklich ausgearbeitet, obwohl da unglaublich viel Potenzial gewesen wäre. Gerade emotional hätte mich die Geschichte noch viel mehr erreichen können.

Auch die Entwicklung rund um Hazels plötzliche Berühmtheit und das Buch schreiben war für mich irgendwann etwas drüber und leider nicht mehr ganz glaubwürdig. Am Anfang wirkte alles noch ziemlich realistisch und beklemmend, später hat die Story für mich etwas zu sehr in eine andere Richtung abgedriftet. Das fand ich schade, weil die Grundidee wirklich stark war.

Trotzdem kann ich nicht sagen, dass mir das Buch nicht gefallen hat. Der Schreibstil war total flüssig, man kommt schnell durch die Seiten und irgendwie wollte ich trotzdem immer wissen, wie es weitergeht. Außerdem finde ich das Cover unglaublich sympathisch und passend gestaltet.

Am Ende bleibt für mich ein Buch mit wichtigen Themen und einer starken Grundidee, das mich gut unterhalten hat, von dem ich mir aber emotional und inhaltlich einfach etwas mehr erhofft hätte.

Vielen lieben Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar!