Einer Stadt wird ihr Herz rausgerissen
ℍ𝕒𝕫𝕖𝕝 𝕤𝕒𝕘𝕥 ℕ𝕖𝕚𝕟 - 𝕁𝕖𝕤𝕤𝕚𝕔𝕒 𝔹𝕖𝕣𝕘𝕖𝕣 𝔾𝕣𝕠𝕤𝕤
Print:384 Seiten | ET: 02.02.2026
NEIN - ein kurzes Wort, eine Silbe, ein Ausdruck und doch erzählt es so viel mehr: ein Gefühl, eine bewusste Entscheidung, oder auch eine Meinung und einen Wunsch.
Hazel sagt NEIN, als der Direktor ihrer neuen Schule ihr ein Angebot macht, das ihr für ihre Zukunft die Türen öffnen könnte. Doch soll sie dafür ein Jahr lang für ihn anzüglich bereitstehen. Hazel ist vor kurzem mit ihrer Familie nach Maine gezogen. Und nun, am ersten Schultag wird Hazel in das Büro des Direktors gerufen. Hazel öffnet sich ihrer Familie gegenüber und wie eine Welle verbreitet sich die Geschichte im kleinen beschaulichen Dorf. Was dann passiert beschreibt die Autorin mit einer Wucht, dass mir manchmal wirklich der Kloß im Hals stecken blieb. Ich hatte das Gefühl, als ob der Stadt das Herz herausgerissen wurde - die Bewohner spalteten sich, Unsicherheit und auch Hass machten sich schnell breit. Durch die wechselnden Perspektiven von Hazel, Wolf, dem Vater und der Mutter konnte ich jede Sichtweise erfahren, was solch ein Ereignis nicht nur bei dem einzelnen Betroffenen verursacht, sondern auch den Angehörigen.
Anfangs musste ich mich etwas an die sehr lockere Sprache gewöhnen. Die Kapitel sind kurz und verleiten den Leser schnell immer weiterzulesen. Mit viel Gefühl wird das komplette Geschehen beschrieben und mich hat die Story komplett gepackt. Mein heimlicher Held war der 12jährige Wolf, Hazeös Bruder, seine Empathie allem gegenüber, besonders auch Gracie (die Tochter des Direktors) hat mich fasziniert.
Leider entwickelte sich die Story dann im letzten Drittel in eine etwas andere Richtung und ich hatte das Gefühl, dass viele Charaktere doch sehr egoistisch durch die Welt laufen und die Empathie sowie das Mitgefühl leider oft fehlte. Es ging mir von der Entwicklung auch etwas zu schnell, aber hierzu möchte ich nicht zuviel verraten.
Deshalb bleibt mein Eindruck etwas zwiespältig: Während die Grundidee sowie Anfang und Mittelteil mich wirklich überzeugten, verlor die Geschichte für meinen Geschmack
zum Ende hin an Stärke