Folgenschweres Nein

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flotteranton Avatar

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Bewertet mit 3,5 Sternen

Die Familie Blum ist noch neu in dem beschaulichen Städtchen Riverburg. Das ändert sich jedoch schlagartig als an die Öffentlichkeit dringt, dass der Direktor der achtzehnjährigen Hazel ein unmoralisches Angebot macht. Er hat sie in diesem Jahr auserkoren mit ihm Sex zu haben. Hazel ist stark genug, nein zu sagen. Aber die Lawine ist ins Rollen geraten.

Hazel ist eine sehr starke Person, die sich selbst treu bleibt. Sie weiß was sie will und ganz besonders was sie nicht will. Auch ihre Eltern und ihr Bruder sind gut ausgearbeitete Charaktere, von denen jeder auch ohne diesen Vorfall mit eigenen Problemen zu kämpfen hat. Besonders Hazels Bruder Will ist mir ans Herz gewachsen.

Die Geschichte beginnt mit kurzen prägnanten Sätzen, die sehr eindringlich wirken und Hazels Gedanken und Gefühle sehr gut ausdrücken. Auch die Auswirkungen auf die einzelnen Familienmitglieder und die Bewohner der Kleinstadt werden gut aufgezeigt. Leider verschiebt sich der Fokus im weiteren Verlauf und die Geschichte gleitet ab ins Märchenhafte. Die Übergriffigkeit des Direktors wird mehr und mehr zur Nebensache. Dieser Verlauf steht im krassen Gegensatz zu dem, was Mädchen und Frauen im wirklichen Leben nach Belästigungen, Übergriffigkeit oder sogar Vergewaltigung durchmachen.

Auch wenn ich das Ende wieder etwas positiver fand, hatte ich mehr erwartet. Das Potential wurde nicht voll ausgeschöpft, daher gibt es von mir nur 3,5 Sterne.