Grenzüberschreitung

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Nur vom Cover von "Hazel sagt nein" ausgehend, dachte ich zunächst, es ginge um eine amerikanische Hausfrau, die beschließt ihr Leben umzukrempeln. Ganz unpassend ist die Covergestaltung aber auch, was die wirkliche Handlung des Romans angeht, nicht. Denn die Familie Blum, die im Mittelpunkt der Geschichte steht, zieht aus New York in die Kleinstadt Riverburg, weil Vater Gus dort eine Professur angeboten bekommt. Dort können sie sich auch direkt ein Einfamilienhaus kaufen, da Gus nun wesentlich mehr verdient und zugleich die Preise viel niedriger sind als in New York. Die 18-jährige Hazel und ihr jüngerer Bruder Wolf sind jedoch weniger begeistert über den Umzug.

Dann wird Hazel an ihrem ersten Schultag auch noch ins Büro des Direktors gerufen, der ihr mitteilt, dass er sich jedes Jahr eine Schülerin der Abschlussklasse aussucht, um mit ihr Sex zu haben und dieses Jahr sei seine Wahl auf Hazel gefallen. Hazel verweigert dies, obwohl er ihr damit droht, ihr den Weg an ihr Wunsch-College zu verbauen. Dieser Vorfall führt dann zu einer Menge an Ereignissen, die das Leben von Hazel und ihrer Familie auf den Kopf stellen.

Ich habe den Roman sehr gerne gelesen, auch wenn ich ansonsten eher europäische Handlungsorte bevorzuge. Die Autorin schreibt in einem modernen, angenehm lesbaren Stil und es ist auch zwischen den Zeilen eine Menge Gesellschaftskritik vorhanden. Die Protagonist:innen, allen voran Hazel, die sich selbst treu bleibt, sind überzeugend ausgestaltet und auch die Atmosphäre in der amerikanischen Kleinstadt wird von Jessica Berger Gross, die selbst in der Gegend lebt, sehr gut eingefangen.