heftig

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borgeli Avatar

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Die Familie Blum war gerade aus Brooklyn in eine Kleinstadt gezogen weil der Vater eine bessere Anstellung fand, die Lebenskosten deutlich günstiger waren und man für beide Kinder eine gute Schulbildung im Auge hatte. Hazel sollte dort ihr letztes Schuljahr absolvieren und eine Grundlage schaffen um danach auf eine gute Hochschule zu wechseln.

Die titelgebende Szene im Schulleiterzimmer wurde schon im Klappentext beschrieben. Das Verhalten des Direktors hat direkt beim Lesen Beklemmung hervorgerufen und man war fassungslos dass es sowas gibt. Und auch dass er dies schon einige Jahre so gehandhabt hat. Hazel sagt Nein und ab da ist nichts mehr wie vorher.

Sonderbarerweise gibt es weder einen kollektiven Aufschrei der anderen Eltern noch werden Konsequenzen und Aufklärung gefordert sondern auf allen Ebenen gibts Anfeindungen und Hass gegenüber der Familie Blum. Sogar noch Solidaritätsbekundungen für diesen netten Schulleiter, der der Schule so viel gutes getan hatte. Man hört z.B. nichts von Schülerinnen, die sowas in den Vorjahren erlebt hatten. Erst als das Ereignis im weiteren Umfeld öffentlich wird flammt eine passende Empörung auf.

Die Familie ist in der Situation gefangen, sie würden am liebsten ihre Umsiedlung rückgängig machen. Aber die Anstellung des Vaters und die Finanzierung des Hauses können nicht einfach zurück abgewickelt werden.

Vom Schreibstil her hat mir das Buch gut gefallen, trotz des harten Themas gab es auch humorvolle Szenen. Die Wendung die sich circa nach der Hälfte des Buches entwickelt hat, hätte ich so nicht gebraucht.