Nein heißt Nein

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naevia Avatar

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Hazel wird an ihrem ersten Schultag an ihrer neuen Highschool vom Direktor zum Sex gedrängt, doch sie sagt Nein. Wie sie und ihre Familie mit dieser Situation umgehen, hat deutliche Auswirkungen auf ihr Leben, ihren Alltag sowie auf ihr Umfeld.
Das Thema ist unglaublich wichtig: Als junge Frau für sich selbst einzustehen. Als Eltern hinter der eigenen Tochter zu stehen. Und als kleiner Bruder mit Dingen klarkommen zu müssen, die für einen selbst noch überhaupt nicht greifbar sind. Zusätzlich ist man komplett neu in der Stadt und wird sofort in eine Ecke gedrängt, wenn man gegen eine angesehene Person die Stimme erhebt.
Das Buch liest sich einerseits sehr bedrückend, andererseits aber auch recht locker. Der Schreibstil ist definitiv anders, auf jeden Fall sehr frisch. Die Thematik sowie die Konflikte innerhalb und außerhalb der Familie sind gut dargestellt.
Leider bin ich mit den Protagonisten jedoch so gar nicht warm geworden. Die Eltern wirkten auf mich zu distanziert und viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, wobei diese Themen teilweise überhaupt nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun hatten. Auch mit dem jüngeren Sohn konnte ich mich nicht identifizieren. Ich habe selbst einen Sohn in diesem Alter und empfand die Darstellung von Wolf als nicht altersgerecht.
Ebenso fand ich die Darstellung des amerikanischen (High-)Schulsystems sehr anstrengend zu lesen und habe vieles davon nur überflogen. Außerdem sind mir einige Fehler aufgefallen, die vermutlich ihren Ursprung in der Übersetzung haben, was mich zusätzlich gestört hat.
Mein persönliches Fazit: Nicht mein Buch. Das Thema ist richtig und wichtig und grundsätzlich auch gut umgesetzt, aber der Schreibstil und die Ausarbeitung haben mir insgesamt nicht gefallen.