Sehr schön

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sleepinthegvrdn Avatar

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Hazel sagt Nein ist ein Debüt, das mich sprachlich und thematisch sehr bewegt hat. Die Geschichte beginnt scheinbar ruhig: Hazel und ihre Familie ziehen von Brooklyn in die Kleinstadt Riverburg in Maine, damit ihr Vater eine Professur antreten kann und alle einen Neuanfang bekommen. Doch an Hazels erstem Tag an ihrer neuen Highschool wird sie vom Schulleiter mit einem unmoralischen Angebot konfrontiert und instinktiv sagt sie Nein. Dieses vermeintlich einfache Wort löst eine Kette von Ereignissen aus, die nicht nur Hazels Leben, sondern das ihrer ganzen Familie und der Gemeinschaft auf den Kopf stellt.

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, ist, wie es ein so schweres Thema auf eine ehrliche, aber nicht sensationsheischende Weise behandelt. Hazel wird nicht als perfekte Heldin dargestellt, sondern als ein ganz „normales“ Mädchen, das plötzlich in eine schwierige Situation gezwungen wird und sich behaupten muss. Die Autorin erzählt nicht nur aus Hazels Perspektive, sondern ermöglicht auch Einblicke in die Innenwelt anderer Familienmitglieder, was der Geschichte Tiefe verleiht und zeigt, wie unterschiedlich Menschen auf Trauma, Scham und gesellschaftlichen Druck reagieren können.