Sexueller Machtmissbrauch – ein ernstes Thema ohne genügend Tiefe
In vier Teilen geht es um die jüdische Akademikerfamilie Blum, die vom pulsierenden Brooklyn ins beschauliche Riverburg in Maine umziehen. Deren achtzehnjähriger Tochter Hazel, Hauptfigur dieses Romans, passiert in der dortigen Senior-Highschool-Abschlussklasse als Neuzugang ein ernst zu nehmender sexueller Machtmissbrauch durch den Schuldirektor. Am ersten Schultag eröffnet er ihr grenzüberschreitend in seinem Büro: Jedes Jahr suche ich mir eine Schülerin aus, mit der ich Sex habe. Dieses Jahr nehme ich dich. Und Hazel sagt: NEIN.
Die Familienmitglieder werden im ersten Teil vorgestellt: Hazels Vater, Professor für Amerikanistik am College in Riverburg, dessen Stelle mit einer sehr benötigten Studienbeihilfe für Hazel verbunden ist. Ihre Mutter Claire vertieft sich vor allem in Shopping, Vintage-Bekleidung favorisierend. Hazels 11-jähriger Bruder Wolf mit ADHS-Syndrom und unterdurchschnittlicher Sozialkompetenz wird zu verzerrt und nicht altersgerecht dargestellt. Überhaupt nehmen die Nebenschauplätze wie die Cancel-Story in der Vorlesung des Vaters, das langweilige Hausfrauendasein der Mutter oder Hazels Kontakt zum Studenten Noah zu viel ablenkenden Raum ein. Im Kern geht es doch um eine junge Frau mit starkem Wunsch, erfolgreiche Schriftstellerin zu werden und dies trotz ausgrenzender, gesellschaftlicher Widrigkeiten und sogar hautnah spürbarem Rassismus aufgrund ihrer mutigen Entscheidung. Zwischen den angerissenen Themen wie Machtmissbrauch, Antisemitismus, dynamische Medienmechanismen nebst Feminismus verlieren sich die Ängste und Unsicherheiten in Hazels Leben. Ihr überlegter Weg, wieder die notwendige Kontrolle über ihr Leben zurück zu erlangen, ist kein rebellischer Umgang des Opfers mit der traumatischen Erfahrung und mag jüngeren Frauen auch vom Schreibstil her gefallen. Dass natürlich auch alle Familienmitglieder und das zerrissene Umfeld in der Kleinstadt auf die mehrfachen Äußerungen des Schuldirektors White verschieden reagieren, wird berücksichtigt. Während er, der Täter, zum großen Teil Randfigur bleibt, verläuft Hazels Umgang mit eigener innerer Zerrissenheit und Schuldzuweisung vergleichsweise zu oberflächlich, emotional schlecht greifbar.
Mehr Tiefgang beim Thema sexueller Belästigung, mehr Konzentration auf die emotionale Komponente bei der jungen Hauptfigur, mehr Gewicht auf einen sensiblen Schreibstil hätte man sich gewünscht.
Die Familienmitglieder werden im ersten Teil vorgestellt: Hazels Vater, Professor für Amerikanistik am College in Riverburg, dessen Stelle mit einer sehr benötigten Studienbeihilfe für Hazel verbunden ist. Ihre Mutter Claire vertieft sich vor allem in Shopping, Vintage-Bekleidung favorisierend. Hazels 11-jähriger Bruder Wolf mit ADHS-Syndrom und unterdurchschnittlicher Sozialkompetenz wird zu verzerrt und nicht altersgerecht dargestellt. Überhaupt nehmen die Nebenschauplätze wie die Cancel-Story in der Vorlesung des Vaters, das langweilige Hausfrauendasein der Mutter oder Hazels Kontakt zum Studenten Noah zu viel ablenkenden Raum ein. Im Kern geht es doch um eine junge Frau mit starkem Wunsch, erfolgreiche Schriftstellerin zu werden und dies trotz ausgrenzender, gesellschaftlicher Widrigkeiten und sogar hautnah spürbarem Rassismus aufgrund ihrer mutigen Entscheidung. Zwischen den angerissenen Themen wie Machtmissbrauch, Antisemitismus, dynamische Medienmechanismen nebst Feminismus verlieren sich die Ängste und Unsicherheiten in Hazels Leben. Ihr überlegter Weg, wieder die notwendige Kontrolle über ihr Leben zurück zu erlangen, ist kein rebellischer Umgang des Opfers mit der traumatischen Erfahrung und mag jüngeren Frauen auch vom Schreibstil her gefallen. Dass natürlich auch alle Familienmitglieder und das zerrissene Umfeld in der Kleinstadt auf die mehrfachen Äußerungen des Schuldirektors White verschieden reagieren, wird berücksichtigt. Während er, der Täter, zum großen Teil Randfigur bleibt, verläuft Hazels Umgang mit eigener innerer Zerrissenheit und Schuldzuweisung vergleichsweise zu oberflächlich, emotional schlecht greifbar.
Mehr Tiefgang beim Thema sexueller Belästigung, mehr Konzentration auf die emotionale Komponente bei der jungen Hauptfigur, mehr Gewicht auf einen sensiblen Schreibstil hätte man sich gewünscht.