Starker Debütroman mit wichtiger Thematik

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Mit "Hazel sagt Nein" erzählt die Autorin Jessica Berger Gross eine erschreckend reale und höchst aktuelle Geschichte. Die Thematik ist keine leichte Kost, und doch schafft die Autorin es, Leichtigkeit und Humor mit einzuweben.

Darum geht's:
Am ersten Schultag am neuen Wohnort wird Hazel von ihrem Direktor sexuell belästigt. Mit ihrem entschiedenen Nein löst Hazel eine Kettenreaktion aus, die bald große Wellen schlägt und das Leben der ganzen Familie auf den Kopf stellt.

Meinung:
Hazel, ihr Bruder Wolf und deren Eltern werden authentisch dargestellt. Die wechselnden Perspektiven dieser vier Personen beleuchten die Ereignisse dabei von allen Seiten und erzählen nachvollziehbar von den täglichen Kämpfen, die jeder von ihnen bestreiten muss. Dazu gehören Hazels Zerrissenheit, die Anpassungsschwierigkeiten des pubertären und neurodiversen Wolf, Claires Midlife-Crisis und Gus' Fehltritt an der Uni.

Beleuchtet wird nicht nur der Übergriff und Machtmissbrauch durch den Direktor, sondern auch die Macht der sozialen Medien mit all seinen positiven und negativen Seiten sowie die soziale Dynamik in der Kleinstadt.

Fazit: Ein berührender Gesellschaftsroman, der zum Nachdenken anregt und mich noch länger beschäftigt hat.