Was ein einzelnes Wort erreichen kann

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sasha Avatar

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„Hazel sagt Nein“ ist kein Buch, welches man einfach so beiläufig liest. Es ist eine eindringliche, berührende Geschichte, die noch lange nach der letzten Seite nachhallt. Jessica Berger Gross hat mit ihrem Debüt ein sensibles und oft verdrängtes Thema zu Papier gebracht, welches unter die Haut geht und gleichzeitig zum Nachdenken anregt.

Direkt am Anfang wird Hazel bereits mit einer schockierenden Grenzüberschreitung konfrontiert. Ihre Reaktion ist aber klar und konsequent, denn sie sagt Nein. Dieses Nein ist stark, eindeutig und setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, welche nicht nur ihr Leben, sondern die ganze Stadt ins Wanken bringt. Das Buch zeigt hierbei sehr gut, wie sich gesellschaftliche Strukturen, Machtverhältnisse und zwischenmenschliche Loyalitäten verändern, sobald jemand den Mut findet und auch hat, offen Stellung zu beziehen.

Das Buch geht über eine reine Erzählung von Ereignissen hinaus. Es soll dazu anregen, sich mit Themen wie sexualisierter Gewalt, Machtmissbrauch und gesellschaftlichen Reaktionen auseinanderzusetzen. Man soll hinsehen und nicht wegsehen, man soll zuhören und man soll Haltung zeigen.

Wer „Hazel sagt Nein“ liest, erlebt nicht nur eine bewegende Geschichte, sondern nimmt auch eine wichtige Botschaft über Mut und Selbstbestimmung mit. Ein Roman, der zum Diskutieren anregt (und auch anregen sollte) und unbedingt weitergetragen werden sollte.