Wenn ein Mensch die Leben vieler anderer negativ beeinflusst

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Hazel sagt Nein zu ihrem übergriffigem Direktor. Das ist richtig, doch dieses Nein setzt eine Spirale an Ereignissen in Gang, die nicht nur Hazel und den Direktor betreffen. Was genau, erfährt man in diesem Buch.

Die Autorin schafft es wirklich wunderbar aufzuzeigen, dass (sexuelle) Übergriffigkeit nicht bei der Tat endet. Sondern das Leben des Opfers, seiner Angehörigen und anderer Menschen auch später noch massiv beeinflusst. Das war schon einmal ein Pluspunkt des Buches. Denn man kommt dadurch ins Grübeln und sieht solche Taten noch einmal mit einem völlig anderen Blick, der einen noch empathischer für die Opfer werden lässt.

Die Figuren in dem Buch sind dabei sehr vielschichtig angelegt und auch überzeugend. Nur mit der Mutter - Claire - bin ich bis zum Schluß nicht warm geworden. Irgendwie lebt sie so in den Tag hinein, ist nicht wirklich für ihre Tochter oder gar ihren Sohn - der auch unter den Geschehnissen leidet - da.

Allerdings war mir das Buch zum Ende hin too much. Der Ruhm den Hazel dann einfährt - mit Buchvertrag und Hollywood - war für mich nicht so richtig authentisch bzw. überzeugend. Sicherlich wollte die Autorin hier aufzeigen, dass man die junge Frau nochmal "missbraucht". Aber wäre das im wirklichen Leben auch so... Da hatte ich halt meine Zweifel.

Mein Fazit: Ein Buch, das aufrüttelt und nachdenklich macht. Lesen lohnt sich, auch wenn das Ende nicht ganz meins war.