Wenn ein Nein alles verändert

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"Sie war sich nicht sicher, ob aus der Idee etwas werden würde. Manche
Erwachsene redeten nur und beließen es dabei." - S. 15

Ein Umzug aus Brooklyn in eine kleine Stadt in Maine soll für Hazel und ihre Familie einen Neuanfang bedeuten. Doch schon am ersten Schultag zerbricht diese Hoffnung, als Hazel im Büro des Schulleiters eine Situation erlebt, die ihr Leben und das ihrer Familie grundlegend verändert. Ihr Nein löst eine Kettenreaktion aus, die nicht nur sie selbst, sondern auch das Umfeld in Aufruhr versetzt.

"Es hätte schlechter laufen können. Viel schlechter." - S. 35

Das Buch erzählt diese Geschichte ruhig, klar und ohne Sensationslust. Besonders gelungen fand ich, dass nicht nur Hazel im Mittelpunkt steht, sondern auch ihre Eltern und ihr jüngerer Bruder. Jede Figur reagiert anders auf das Geschehen, was die Dynamik innerhalb der Familie sehr greifbar macht. Gerade Wolf hat mich mit seiner Verletzlichkeit und seinem Wunsch nach Zugehörigkeit besonders berührt.

Der Roman zeigt eindrücklich, wie komplex die Folgen eines solchen Erlebnisses sind. Es geht um Wahrheit, Loyalität, Schweigen und darum, wie schwer es ist, das Richtige zu tun, wenn der Druck von allen Seiten wächst. Dabei bleibt die Geschichte nah an den Figuren und wirkt durchweg realistisch.

Ein sensibles, klug erzähltes Buch über Mut, Zusammenhalt und das Erwachsenwerden in einer Situation, die niemand freiwillig wählen würde.