Wenn ein "Nein" eine Lawine auslöst...!
"Hazel sagt Nein" von Jessica Berger Gross ist als Hardcover mit 384 Seiten bei Lübbe erschienen.
Die Familie Blum zieht vom quirligen New York ins beschauliche Riverburg, Vater Gus kann eine Professur antreten und alles scheint harmonisch. Am ersten Schultag aber wird Hazel zum Direktor gerufen - dieser legt plump die Hand auf ihren Oberschenkel und erklärt ihr recht unverblümt, er suche sich jedes Jahr eine Schülerin aus, mit der er Sex habe, und diesmal sei seine Wahl auf sie gefallen. Hazel sagt Nein, und dieses eine Wort hat ungeahnte Konsequenzen...
Idee zum Plot: klasse! Ansprechend, interessant und emotional.
Thematik: wichtig und alles Andere als leichte Kost.
Unterhaltungswert: sehr hoch.
Trotz der schweren, teils bedrückenden Thematik hat
Jessica Berger Gross es geschafft, eine authentische und zumeist hoffnungsvolle, positive Atmosphäre zu erzeugen, die natürlich von Ängsten, Selbstzweifeln etc. durchzogen ist - was das Ganze jedoch nur glaubhafter macht, denn so ist es ja auch im wahren Leben.
Andere Aspekte der Handlung waren in meinen Augen widerum etwas unglaubwürdig bzw. fast schon Hollywood-like dargestellt - ein wenig überzogen. Das kann ich aber nicht näher erläutern, ohne zu spoilern...;) Der Schreibstil jedenfalls ist zugleich ein- und leichtgängig, eine Kombination, die bestens funktioniert.
Die Charaktere: Hazel hat mir sehr gefallen, und ihr kleiner Bruder Wolf erst recht, er war für mich die tragische Figur und der Held des Romans zugleich. Die Eltern Gus und Claire hingegen fand ich eher so la la, insbesondere von der Mutter hätte ich andere Verhaltensweisen und vor Allem Gedankengänge erwartet, nach den Geschehnissen. Aber sie ist sehr ichbezogen und ist in erster Linie auf einem Selbstfindungstrip in der neuen Heimat.
Klasse fand ich, dass die Story aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird und jedes der Familienmitglieder uns Einblick in ihre bzw. seine Gefühls- und Gedankenwelt gibt.
Umsetzung: Grundsätzlich wirklich gut, dennoch hapert es teilweise ein wenig. Es wurden einige Themen angerissen, die dann nur spärlich weiter verfolgt wurden. Das hätte gar nicht sein müssen, denn "nur" das Thema Mißbrauch wäre hier genug gewesen.
Außerdem schwächelt der Mittelteil ein wenig, da sich hier alles in eine bestimmte Richtung zu neigen scheint, die zu "heile Welt"-mäßig herüberkommt.
Die Auflösung hat mir dann wieder ausgesprochen gut gefallen und ich finde, das Buch ist enorm wichtig und kann nicht nur jungen Mädchen dabei helfen, Nein zu sagen, in schlimmen Situationen an Selbstbewusstsein zu gewinnen und sich gewahr zu werden, dass es anschließend trotzdem positiv und nach vorn schauend weitergehen kann. Man (bzw. Frau!) muss sich definitiv nicht alles gefallen lassen, egal, von wem.
Beeindruckend und zugleich erschreckend, welche Reaktionen und Konsequenzen ein Nein zu einer Autoritätsperson lawinenartig auslöst!
Insgesamt ein absolut lohnenswerter Roman, der beschäftigt und nachhallt.
Die Familie Blum zieht vom quirligen New York ins beschauliche Riverburg, Vater Gus kann eine Professur antreten und alles scheint harmonisch. Am ersten Schultag aber wird Hazel zum Direktor gerufen - dieser legt plump die Hand auf ihren Oberschenkel und erklärt ihr recht unverblümt, er suche sich jedes Jahr eine Schülerin aus, mit der er Sex habe, und diesmal sei seine Wahl auf sie gefallen. Hazel sagt Nein, und dieses eine Wort hat ungeahnte Konsequenzen...
Idee zum Plot: klasse! Ansprechend, interessant und emotional.
Thematik: wichtig und alles Andere als leichte Kost.
Unterhaltungswert: sehr hoch.
Trotz der schweren, teils bedrückenden Thematik hat
Jessica Berger Gross es geschafft, eine authentische und zumeist hoffnungsvolle, positive Atmosphäre zu erzeugen, die natürlich von Ängsten, Selbstzweifeln etc. durchzogen ist - was das Ganze jedoch nur glaubhafter macht, denn so ist es ja auch im wahren Leben.
Andere Aspekte der Handlung waren in meinen Augen widerum etwas unglaubwürdig bzw. fast schon Hollywood-like dargestellt - ein wenig überzogen. Das kann ich aber nicht näher erläutern, ohne zu spoilern...;) Der Schreibstil jedenfalls ist zugleich ein- und leichtgängig, eine Kombination, die bestens funktioniert.
Die Charaktere: Hazel hat mir sehr gefallen, und ihr kleiner Bruder Wolf erst recht, er war für mich die tragische Figur und der Held des Romans zugleich. Die Eltern Gus und Claire hingegen fand ich eher so la la, insbesondere von der Mutter hätte ich andere Verhaltensweisen und vor Allem Gedankengänge erwartet, nach den Geschehnissen. Aber sie ist sehr ichbezogen und ist in erster Linie auf einem Selbstfindungstrip in der neuen Heimat.
Klasse fand ich, dass die Story aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird und jedes der Familienmitglieder uns Einblick in ihre bzw. seine Gefühls- und Gedankenwelt gibt.
Umsetzung: Grundsätzlich wirklich gut, dennoch hapert es teilweise ein wenig. Es wurden einige Themen angerissen, die dann nur spärlich weiter verfolgt wurden. Das hätte gar nicht sein müssen, denn "nur" das Thema Mißbrauch wäre hier genug gewesen.
Außerdem schwächelt der Mittelteil ein wenig, da sich hier alles in eine bestimmte Richtung zu neigen scheint, die zu "heile Welt"-mäßig herüberkommt.
Die Auflösung hat mir dann wieder ausgesprochen gut gefallen und ich finde, das Buch ist enorm wichtig und kann nicht nur jungen Mädchen dabei helfen, Nein zu sagen, in schlimmen Situationen an Selbstbewusstsein zu gewinnen und sich gewahr zu werden, dass es anschließend trotzdem positiv und nach vorn schauend weitergehen kann. Man (bzw. Frau!) muss sich definitiv nicht alles gefallen lassen, egal, von wem.
Beeindruckend und zugleich erschreckend, welche Reaktionen und Konsequenzen ein Nein zu einer Autoritätsperson lawinenartig auslöst!
Insgesamt ein absolut lohnenswerter Roman, der beschäftigt und nachhallt.