Wichtiges Thema, erstaunlich unterhaltsam

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rinoa Avatar

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Das Buch greift ein wichtiges Thema auf, das leider an Aktualität nie zu verlieren scheint. Es geht um Männer, die offenbar meinen, sich von Frauen einfach alles nehmen zu können, was sie wollen, hier in Form von Hazels Schuldirektor. Für ihn soll sie die Auserwählte sein, die ihm das Schuljahr über sexuell zu Diensten sein soll. Doch Hazel sagt Nein und plötzlich ändert sich nicht nur für sie alles.

Erzählt wird abwechselnd aus Sicht von Hazel, ihrem jüngeren Bruder Wolf, ihrer Mutter Claire und ihrem Vater Gus. Den Schreibstil fand ich etwas speziell, allerdings gut zu lesen.

Schwer verdaulicher war da schon das Thema des Buchs, bei dem ich auf der einen Seite immer denke, so etwas kann doch eigentlich nicht passieren, auf der anderen Seite aber natürlich genau weiß, dass es passiert. Und zwar nicht nur einmal, sondern jeden Tag. Das ist schon schwer zu ertragen.

Und natürlich mach dieses "Nein" nicht nur etwas mit Hazel und ihrer Familie, auch das Umfeld des Direktors wird aus seinem Alltag herausgerissen, insbesondere die Tochter. Es gibt nie immer nur ein Opfer. Das fand ich von der Autorin gut herausgearbeitet, genauso wie dass Hazel fast so ein wenig Kapital aus dem Vorfall schlägt, ohne das zu forcieren, damit aber auch hadert.

Ein bisschen Probleme hatte ich mit der Darstellung von Hazels Umfeld. Dieses (allem voran ihre Mutter) wirkte auf mich sehr künstlich und auch irgendwie abgehoben, ich weiß nicht, ob das der Geschichte und ihrer Botschaft so guttut. Letztere wurde damit für mich so ein wenig zu einem zahnlosen Tiger. Vielleicht sollte das aber auch so sein und ich habe es nur nicht richtig verstanden.

Alles in allem hat mir das Buch wirklich gut gefallen, es war trotz des etwas schwereren Themas unterhaltsam und leicht zu lesen.