Ziemlich stark

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tänja_radi Avatar

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Dieser Roman hat einen Plot, der mich direkt überzeugt hat. Hazel wird vom Schuldirektor als seine jährliche Schülerinaffäre ausgewählt, lehnt das jedoch trotz verbaler Nötigungsversuche ab. Direkt darauf steht ihr Vater als Professor kurz vor der Cancelung, weil er einem in Verruf geratenen Schauspieler in seiner Vorlesung eine Plattform gibt.

Der Roman beginnt extrem stark, weil die Ereignisse Schlag auf Schlag geschehen Außerdem ist die darauffolgende Ereigniskette eine optimale Darstellung dessen, was Frauen häufig erleben, wenn sie einen nicht nachweisbaren Übergriff schildern. Es gibt weitere Grenzüberschreitungen und einen Shitstorm. Da die Familie jüdisch ist, kommt es sogar zu antisemitischen Vorfällen.

Ich finde außerdem extrem stark, dass auch thematisiert wird, dass positive Effekte für Hazel entstehen, als die Geschichte viral geht. Auch die typischen Selbstzweifel und Verantwortungsfrage des Opfers werden reflektiert dargestellt und aufgelöst.

Nur zum Ende hin verliert der Roman etwas an Kraft. Die Autorin scheint mir so versessen auf ein Happy End gewesen zu sein, dass es für mich zu happy war. Für mich hätte der Roman etwas offener enden können. Was aber meiner Leseempfehlung keinerlei Abbruch tut. Warum nicht mal ein feministischer Roman mit Happy End? Das ist doch, wonach wir alle streben. Ein guter Start ins Lesejahr 2026!