Wenn aus kleinen Sternen eine große Geschichte wird
Heart of Night and Fire habe ich als Hörbuch gehört, ohne riesige Erwartungen, aber mit einer gewissen Skepsis gegenüber dem sehr aufgeladenen Klappentext. Und genau deshalb hat mich das Buch positiv überrascht.
Der Beschreibungstext bei Thalia arbeitet stark mit klassischen Fantasy-Romance-Versprechen: Bookboyfriend, Spice, große Gefühle. Ehrlich gesagt ist das in Band 1 kaum präsent, und das meine ich absolut positiv. Das wirkt eher wie Marketing als wie ein ehrlicher Spiegel des Inhalts. Wer hier primär wegen Romance oder expliziter Szenen einsteigt, könnte enttäuscht sein. Wer jedoch offen für Worldbuilding, Charakterentwicklung und leise erste Male ist, wird sehr gut abgeholt.
Im Mittelpunkt steht Zarya, eine Protagonistin, die abgeschieden von der Zivilisation lebt, in einem Reich mit starkem orientalischem Einfluss. Essen, Kleidung, Waffen, kleine Bräuche: All das wird atmosphärisch eingebaut, ohne sich aufzudrängen. Gerade dieser orientalische Touch hat mir unglaublich gut gefallen und hebt die Welt angenehm von klassischer High Fantasy ab. Positiv hervorzuheben ist außerdem, dass das Buch queerfreundlich erzählt ist, ohne daraus ein Thema machen zu müssen.
Was mir besonders gefallen hat:
Zarya ist keine übermächtige Heldin. Keine Auserwählte mit grenzenlosen Fähigkeiten. Sie kann ein paar kleine Sterne erschaffen und das war’s. Ihre Stärke liegt nicht in spektakulärer Magie, sondern in ihrer Beobachtungsgabe, ihrer Wortgewandtheit und ihrem Wunsch nach Freiheit. Sie weiß nicht, warum sie von ihrem „Beschützer“ festgehalten wird, und dieser Wunsch zu fliehen wirkt nachvollziehbar, nicht dramatisiert. Dennoch wird einem das dringende Bedürfnis von Zarya bewusst.
Das Buch beginnt sehr klein. Eine begrenzte Szenerie, ein enger Rahmen. Und dann weitet sich die Welt Stück für Stück: Zarya lernt Menschen kennen, schließt Freundschaften, erlebt Gemeinschaft, verliebt sich, vieles davon zum ersten Mal. Diese „ersten Male“ sind ruhig, warm und schön beschrieben und geben der Geschichte emotionales Gewicht.
Ein zentrales Element ist die Welt selbst: Sie ist von einer Seuche gezeichnet, aus der dämonische Kreaturen hervorgehen, die verwüsten und töten. Das Königreich steht auf der Kippe, die Bedrohung ist präsent, ohne permanent im Vordergrund zu stehen. Magiebegabte Wesen mit elementaren Fähigkeiten existieren, auch hier eher organisch eingebettet als ausführlich erklärt.
Mein persönlicher Lieblings-Trope war ganz klar Found Family. Die Gemeinschaft, die Zarya findet, die Dialoge, die Dynamiken, das hat für mich viel mehr getragen als die Romance. Der Love Interest ist gut, ja. Sympathisch, interessant. Aber nicht der Grund, warum ich die Reihe weiterlesen möchte.
Der eigentliche Reiz liegt für mich im Potential, das in Zarya steckt, und in den Erkenntnissen und verworrenen Zusammenhängen, die sich gegen Ende langsam offenbaren. Da merkt man: Das hier will größer werden. Auch ein ganz wesentliches Element im Buch: Entwicklung. Vor allem die Charakterentwicklung von Zarya ist schön umgesetzt.
Der Schreibstil (bzw. im Hörbuch: die Erzählweise) hat mir sehr gefallen. Das Tempo ist moderat, fast ruhig. Die Szenen sind schön beschrieben, das Worldbuilding stimmig. Manche Nebenfiguren bleiben noch etwas flach, Hintergrundgeschichten werden eher angerissen als vertieft, und gelegentlich bin ich bei den Namen durcheinandergekommen, was im Hörbuch schneller passiert als beim Lesen. Gestört hat es mich aber nicht.
Interessant finde ich auch, dass die Reihe auf vier Bände angelegt ist. Nach diesem ersten Teil hätte man durchaus eine Dilogie erwarten können. Ja, manche Szenen sind etwas lang, und der Einstieg ist eher seicht. Aber gerade als Auftakt, besonders im Hörbuch, nebenbei gehört, funktioniert das gut. Wenn vier Bände geplant sind, dann glaube ich, dass diese Geschichte noch sehr, sehr groß werden kann. Das Potential dafür ist definitiv da.
Fazit:
Heart of Night and Fire ist kein lauter, explosiver Einstieg, sondern ein ruhiger, atmosphärischer Beginn mit gutem Worldbuilding, einer sympathischen Protagonistin und viel Raum nach oben für die weiteren Bände.
Mein Tipp: Ohne große Erwartungen starten, sich auf die Welt einlassen.
Ich bin sehr gespannt, wie sich die Reihe weiterentwickelt.
Der Beschreibungstext bei Thalia arbeitet stark mit klassischen Fantasy-Romance-Versprechen: Bookboyfriend, Spice, große Gefühle. Ehrlich gesagt ist das in Band 1 kaum präsent, und das meine ich absolut positiv. Das wirkt eher wie Marketing als wie ein ehrlicher Spiegel des Inhalts. Wer hier primär wegen Romance oder expliziter Szenen einsteigt, könnte enttäuscht sein. Wer jedoch offen für Worldbuilding, Charakterentwicklung und leise erste Male ist, wird sehr gut abgeholt.
Im Mittelpunkt steht Zarya, eine Protagonistin, die abgeschieden von der Zivilisation lebt, in einem Reich mit starkem orientalischem Einfluss. Essen, Kleidung, Waffen, kleine Bräuche: All das wird atmosphärisch eingebaut, ohne sich aufzudrängen. Gerade dieser orientalische Touch hat mir unglaublich gut gefallen und hebt die Welt angenehm von klassischer High Fantasy ab. Positiv hervorzuheben ist außerdem, dass das Buch queerfreundlich erzählt ist, ohne daraus ein Thema machen zu müssen.
Was mir besonders gefallen hat:
Zarya ist keine übermächtige Heldin. Keine Auserwählte mit grenzenlosen Fähigkeiten. Sie kann ein paar kleine Sterne erschaffen und das war’s. Ihre Stärke liegt nicht in spektakulärer Magie, sondern in ihrer Beobachtungsgabe, ihrer Wortgewandtheit und ihrem Wunsch nach Freiheit. Sie weiß nicht, warum sie von ihrem „Beschützer“ festgehalten wird, und dieser Wunsch zu fliehen wirkt nachvollziehbar, nicht dramatisiert. Dennoch wird einem das dringende Bedürfnis von Zarya bewusst.
Das Buch beginnt sehr klein. Eine begrenzte Szenerie, ein enger Rahmen. Und dann weitet sich die Welt Stück für Stück: Zarya lernt Menschen kennen, schließt Freundschaften, erlebt Gemeinschaft, verliebt sich, vieles davon zum ersten Mal. Diese „ersten Male“ sind ruhig, warm und schön beschrieben und geben der Geschichte emotionales Gewicht.
Ein zentrales Element ist die Welt selbst: Sie ist von einer Seuche gezeichnet, aus der dämonische Kreaturen hervorgehen, die verwüsten und töten. Das Königreich steht auf der Kippe, die Bedrohung ist präsent, ohne permanent im Vordergrund zu stehen. Magiebegabte Wesen mit elementaren Fähigkeiten existieren, auch hier eher organisch eingebettet als ausführlich erklärt.
Mein persönlicher Lieblings-Trope war ganz klar Found Family. Die Gemeinschaft, die Zarya findet, die Dialoge, die Dynamiken, das hat für mich viel mehr getragen als die Romance. Der Love Interest ist gut, ja. Sympathisch, interessant. Aber nicht der Grund, warum ich die Reihe weiterlesen möchte.
Der eigentliche Reiz liegt für mich im Potential, das in Zarya steckt, und in den Erkenntnissen und verworrenen Zusammenhängen, die sich gegen Ende langsam offenbaren. Da merkt man: Das hier will größer werden. Auch ein ganz wesentliches Element im Buch: Entwicklung. Vor allem die Charakterentwicklung von Zarya ist schön umgesetzt.
Der Schreibstil (bzw. im Hörbuch: die Erzählweise) hat mir sehr gefallen. Das Tempo ist moderat, fast ruhig. Die Szenen sind schön beschrieben, das Worldbuilding stimmig. Manche Nebenfiguren bleiben noch etwas flach, Hintergrundgeschichten werden eher angerissen als vertieft, und gelegentlich bin ich bei den Namen durcheinandergekommen, was im Hörbuch schneller passiert als beim Lesen. Gestört hat es mich aber nicht.
Interessant finde ich auch, dass die Reihe auf vier Bände angelegt ist. Nach diesem ersten Teil hätte man durchaus eine Dilogie erwarten können. Ja, manche Szenen sind etwas lang, und der Einstieg ist eher seicht. Aber gerade als Auftakt, besonders im Hörbuch, nebenbei gehört, funktioniert das gut. Wenn vier Bände geplant sind, dann glaube ich, dass diese Geschichte noch sehr, sehr groß werden kann. Das Potential dafür ist definitiv da.
Fazit:
Heart of Night and Fire ist kein lauter, explosiver Einstieg, sondern ein ruhiger, atmosphärischer Beginn mit gutem Worldbuilding, einer sympathischen Protagonistin und viel Raum nach oben für die weiteren Bände.
Mein Tipp: Ohne große Erwartungen starten, sich auf die Welt einlassen.
Ich bin sehr gespannt, wie sich die Reihe weiterentwickelt.