Downfall - Gefährliches Versprechen

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„Heart of the Damned“ war für mich ein überraschend kurzweiliges und sehr unterhaltsames Leseerlebnis. Der Schreibstil ist angenehm schlicht, nicht unnötig ausgeschmückt oder überladen – genau das sorgt dafür, dass man förmlich durch die Seiten rauscht. Es hat richtig Spaß gemacht, gemeinsam mit Scar und Ren die Ereignisse Stück für Stück aufzudecken…. zugegeben: manchmal war ich gedanklich schon einen Schritt weiter als die beiden.

Durch den klaren Schreibstil ist man schnell mitten im Geschehen, ohne lange Erklärungen. Die wechselnden Perspektiven von Scar und Ren tragen zusätzlich dazu bei, dass die Geschichte durchgehend flüssig bleibt und nie zäh wirkt - stellenweise vielleicht sogar etwas zu schnell für einen Fantasytitel.

Scar ist eine Protagonistin, die mich nicht immer nur begeistert, sondern mich stellenweise auch ein wenig aufgeregt hat. Ihre Art ist mutig, direkt und manchmal vielleicht etwas zu.. offensiv - an manchen Stellen hätte ich mir mehr Subtilität gewünscht. Gleichzeitig passt genau das zu ihrem Charakter und ihren Entscheidungen, selbst wenn sie sich damit nicht immer den einfachsten Weg wählt.

Ein absolutes Highlight war für mich Ren. Seine Figur wirkt ruhig, kontrolliert und innerlich zerrissen, und genau das macht ihn unglaublich spannend. Er ist für mich der stärkere der beiden Charaktere - komplex, greifbar und emotional sehr gut umgesetzt. Besonders sein ständiger innerer Kampf zwischen Ehre, Pflicht und … na ja, Leben, hat mich sehr überzeugt.

Was mir etwas gefehlt hat, war mehr Tiefe im Worldbuilding. Gerade das „Glossar“ zu Beginn hat große Neugier geweckt - die Monster, Wesen und die Welt insgesamt haben so viel Potenzial, dass ich mir hier deutlich mehr Raum und Hintergrundwissen gewünscht hätte.

Das Ende ist sehr temporeich und spannungsvoll, auch wenn sich einige Entwicklungen bereits angedeutet hatten, daher auch nicht ganz überraschend. Dennoch macht es definitiv Lust auf die Fortsetzung. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blicke ich auf Band zwei, da die Reihe dort bereits enden soll - für mich hätte diese Welt problemlos mehr Raum verdient.

Insgesamt ist „Heart of the Damned“ ein sehr unterhaltsamer Auftakt mit starken Figuren und viel Potenzial und einem Schreibstil, der das Lesen zum Vergnügen macht.
Ich vergebe gute, wenn auch knappe 4 von 5 Sternen und bin gespannt auf den Abschluss der Reihe.