Enttäuschend.
Anhand Cover-Illustration und Beschreibung hab ich das Buch eher in die Kategorie Jugendbuch einsortiert, was klar zutreffend ist (Ja, ich weiß, Lesen gefährdet die Dummheit - ab 14, steht in der Beschreibung ;) ).
Manchmal wird man bei Graphic Novels aber ja auch als großer Mensch überrascht; hier nicht, diesen Titel empfinde ich als eher seicht.
Die Idee finde ich sehr gut - sich, auch früh schon, angemessen mit enttäuschter Liebe, Verletzlichkeit, emotionalem Schmerz, Trauer, Verlust, der eigenen Identität auseinanderzusetzen ist für eine gesunde Entwicklung unerlässlich.
In Zeiten von Dauerablenkung, High Sensation Seeking und Dopamin Süchtelei, in denen viele Kinder sich mehr oder weniger selbst(überlassen) großziehen und wir mit unseren Emotionen oft überfordert sind, umso mehr.
Allerdings gefällt mir der mangaähnliche, kindhafte Stil überhaupt nicht. Die ganze, Mangas idR prägende, moderne asiatische (großstädtische) Kultur ist - zwischen Kuschelcafés und Bubble Gum Pop - meiner Meinung nach kein gutes Identifikationsangebot.
Da haben wir auf der einen Seite Herzchen T-Shirts und Kuscheltiere, ein Teenagerleben im (Klein)Kind(er)zimmer, auf der anderen Alkohol und Kippen, alkoholisiertes Fahren und Pillen. Thematisch starten wir auf einem sechzehnten Geburtstag.
Auch wenn das die Lebensrealität vieler Teenies ist, könnte Literatur darauf ja gerne einen positiv formenden Einfluss nehmen. Na, immerhin trinkt unsere Protagonistin Blaubeersaft statt Bier, weil das ihr „nicht schmeckt“, bevor sie sich dann am Smartphone hängend die Kippe in den Mund schiebt. Während das Geburtstagskind selbigen trinkt, weil auch ihr Bier nicht schmeckt, der Freund aber keinen anderen Alkohol für ihre Party gekauft hat.
Das leere Bier wird, natürlich autofahrend zu fortgeschritten alkoholisierter Stunde, mit der Kreditkarte der Mutter der Freundin aufgestockt, obwohl die sich dabei eigentlich nicht gut fühlt. Und weil sie von der Bierfahrt mit dem alkoholisierten Freund anscheinend nicht wiederkommt (das verrät die Leseprobe nicht abschließend), wird die Trauer mit Tabletten gedämpft, während man sich im imaginären Heartbreak Hotel in die Realitätsflucht begibt.
Heartbreak Hotel entspricht einfach sehr der heutigen Zeit - die man meiner Meinung nach durchaus, insbesondere auch literarisch, hinterfragen und wieder in eine Gegenrichtung schubsen darf.
Und auch illustrativ gibt es wesentlich tiefere, vielseitigere, berührendere Werke.
Für mich ist Heartbreak Hotel farblos, hebt sich nicht ab und trägt zu mangelhaften Identifikationsangeboten bei - wobei ein Endfazit aber damit stehen und fallen würde, wie es nach der Leseprobe weitergeht und ob die bis dahin nicht optimale Trauerbewältigung vielleicht doch noch gedreht und eine gesunde Erkenntnis zum Lebenswandel präsentiert wird; was das Buch ja verspricht.
Ich würd's letztlich keinem Kind in die Hand drücken wollen.
Das Erwachsenwerden ist ein Schwanken zwischen Kind sein und nicht mehr Kind sein - so weit klar und gut.
Wir dürfen aber ruhig darauf verzichten, in Medien zu vermitteln, dass Alkohol, Rauchen, Medikamente zur Emotionsbewältigung mit 16 normal und okay sind.
Manchmal wird man bei Graphic Novels aber ja auch als großer Mensch überrascht; hier nicht, diesen Titel empfinde ich als eher seicht.
Die Idee finde ich sehr gut - sich, auch früh schon, angemessen mit enttäuschter Liebe, Verletzlichkeit, emotionalem Schmerz, Trauer, Verlust, der eigenen Identität auseinanderzusetzen ist für eine gesunde Entwicklung unerlässlich.
In Zeiten von Dauerablenkung, High Sensation Seeking und Dopamin Süchtelei, in denen viele Kinder sich mehr oder weniger selbst(überlassen) großziehen und wir mit unseren Emotionen oft überfordert sind, umso mehr.
Allerdings gefällt mir der mangaähnliche, kindhafte Stil überhaupt nicht. Die ganze, Mangas idR prägende, moderne asiatische (großstädtische) Kultur ist - zwischen Kuschelcafés und Bubble Gum Pop - meiner Meinung nach kein gutes Identifikationsangebot.
Da haben wir auf der einen Seite Herzchen T-Shirts und Kuscheltiere, ein Teenagerleben im (Klein)Kind(er)zimmer, auf der anderen Alkohol und Kippen, alkoholisiertes Fahren und Pillen. Thematisch starten wir auf einem sechzehnten Geburtstag.
Auch wenn das die Lebensrealität vieler Teenies ist, könnte Literatur darauf ja gerne einen positiv formenden Einfluss nehmen. Na, immerhin trinkt unsere Protagonistin Blaubeersaft statt Bier, weil das ihr „nicht schmeckt“, bevor sie sich dann am Smartphone hängend die Kippe in den Mund schiebt. Während das Geburtstagskind selbigen trinkt, weil auch ihr Bier nicht schmeckt, der Freund aber keinen anderen Alkohol für ihre Party gekauft hat.
Das leere Bier wird, natürlich autofahrend zu fortgeschritten alkoholisierter Stunde, mit der Kreditkarte der Mutter der Freundin aufgestockt, obwohl die sich dabei eigentlich nicht gut fühlt. Und weil sie von der Bierfahrt mit dem alkoholisierten Freund anscheinend nicht wiederkommt (das verrät die Leseprobe nicht abschließend), wird die Trauer mit Tabletten gedämpft, während man sich im imaginären Heartbreak Hotel in die Realitätsflucht begibt.
Heartbreak Hotel entspricht einfach sehr der heutigen Zeit - die man meiner Meinung nach durchaus, insbesondere auch literarisch, hinterfragen und wieder in eine Gegenrichtung schubsen darf.
Und auch illustrativ gibt es wesentlich tiefere, vielseitigere, berührendere Werke.
Für mich ist Heartbreak Hotel farblos, hebt sich nicht ab und trägt zu mangelhaften Identifikationsangeboten bei - wobei ein Endfazit aber damit stehen und fallen würde, wie es nach der Leseprobe weitergeht und ob die bis dahin nicht optimale Trauerbewältigung vielleicht doch noch gedreht und eine gesunde Erkenntnis zum Lebenswandel präsentiert wird; was das Buch ja verspricht.
Ich würd's letztlich keinem Kind in die Hand drücken wollen.
Das Erwachsenwerden ist ein Schwanken zwischen Kind sein und nicht mehr Kind sein - so weit klar und gut.
Wir dürfen aber ruhig darauf verzichten, in Medien zu vermitteln, dass Alkohol, Rauchen, Medikamente zur Emotionsbewältigung mit 16 normal und okay sind.