Ein Zufluchtsort für diejenigen mit gebrochenem Herzen

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xlisax1409 Avatar

Von

„Heartbreak Hotel“ von Micol Adrianna Beltramini und Agnese Innocente, 224 Seiten, erschienen am 13. Januar 2026, im Ueberreuter Verlag.

Um was es geht:

Im Heartbreak Hotel landen diejenigen, denen das Herz gebrochen wurde und welche sich einfach wegwünschen möchten. Das Hotel weiß genau, was man möchte und in diesem kreuzen sich die Wege von vier Jugendlichen.
Mayas große Liebe ist gestorben, Martins Crush hat ihn bloßgestellt, Fionas Freund und beste Freundin haben sie betrogen und Finn macht sich selbst für den Tod seiner Freundin verantwortlich.
Sie alle müssen sich ihrem Schmerz stellen und erfahren, dass Heilung dort beginnt, wo man am wenigsten damit rechnet …

Die Charaktere:

Die Charaktere gefiel mir sehr. Maja ist an sich selbstbewusst, weiß, was sie möchte, allerdings setzt sie alles daran zu verdrängen, was mit ihrer besten Freundin und großen Liebe geschehen ist. Martin ist ein echt toller Junge, allerdings wäre er gerne jemand, der er eigentlich nicht ist. Fiona ist sehr behütet aufgewachsen und dadurch ist sie sich der Probleme der Menschen in ihrem Umfeld nicht wirklich bewusst, was sie nun einholt. Finn kann sich seinen Taten, welche zum Tod seiner Freundin geführt haben nicht verzeihen, auch wenn er nicht direkt schuld daran ist.
Alle Charaktere haben ein ziemlich großes Päckchen zu tragen und wie sie sich im Laufe der Geschichte entwickelt haben, gefiel mir sehr gut.

Die Umsetzung:

Ich liebe Graphic Novels und vor allem, wenn sie dann auch noch queer sind. Die Geschichte klang super interessant und die Umsetzung fand ich auch echt toll, da sie mich vom Aufbau her sehr an den Anime "Angels of Death" erinnert hat. Im Hotel hat jeder Besucher sein eigenes Stockwerk und wenn man dieses betritt, sieht man, warum die Person auf dem Stockwerk hier ist. Die Geschichten der einzelnen Charaktere waren sehr nachvollziehbar und handwerklich auch gut gemacht. Die Sequenzen, welche im Hotel spielen sind eher in leichteren Pastellfarben gehalten und diese, welche die Wirklichkeit oder die realen Ereignisse der Protagonisten widerspiegeln, sind in sehr kräftigen Farben dargestellt.
Die Illustrationen generell sind unheimlich schön anzusehen und ich habe es auch sehr genossen der Geschichte zu folgen, aber das Einzige, was für mich etwas verwirrend war, waren die Sprechblasen. Manchmal konnte ich einzelne nicht zuordnen und manchmal gab es auch viereckige Kästchen, bei denen ich auch nicht ganz wusste, von wem diese Gedanken sind. Das Ende fand ich sehr schön und auch wenn es nicht das war, was ich erwartet hatte, war es sehr passend.

Mein Fazit:

Wer Graphic Novels, Queerness thematisierende Geschichten, wunderschöne Illustrationen und eine Bandbreite an verschiedenen Gefühlen liebt, sollte sich die Geschichte definitiv mal anschauen. Die Graphic Novel bekommt von mir 4 von 5 Sterne.