Heartbreak-Hotel-Check-in

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sasa_moon_9 Avatar

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Erste Gedanken: Nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte, ging mir diese tagelang nicht aus dem Kopf. Der Einstieg war sehr emotional und ich musste unbedingt wissen, wie es weitergeht. Auch, wenn es gegen Ende einige Schwächen gab, so konnte ich nicht aufhören zu lesen und beendete die Graphic Novel in einer Sitzung.

Das Cover: Farblich sehr ansprechend und schön. Es deutet durch den trauernden Finn in der unteren Etage bereits die Schwere der Geschichte an. Außerdem finde ich, dass ein sehr spannender Bildausschnitt gewählt wurde. Dennoch finde ich es schade, dass Martin und Fiona nicht zu sehen sind.

Die Handlung: Vier komplett unterschiedliche Jugendliche landen ungeplant im Heartbreak Hotel. Alle vier haben etwas sehr Schweres durchgemacht und müssen sich nun auf den verschiedenen Etagen ihrem Schmerz stellen. Doch manche Schicksale sind mehr miteinander verbunden, als sie vorher angenommen hatten…

Aufmachung und meine Meinung: Die Graphic Novel ist farblich spannend und schön aufgemacht. Es sind unendlich viele Panels und ich merkte direkt zu Anfang, wie viel Kraft und Arbeit hier drinstecken müssen. Die Gewichtung von Text und Bild ist sehr ausgewogen, wobei hier an manchen Stellen auch sehr viel Wert auf die Bildsprache gelegt wird, weswegen es manchmal seitenlang keinen Text gibt. Letzteres fand ich jedoch sehr gut gelöst. Außerdem lassen sich hier viele Anspielungen zu anderen literarischen Werken oder zu popkulturellen Themen finden. Vor allem die Alicce-im-Wunderland-Anspielungen empfand ich sehr gelungen in die Geschichte hineingewebt. Wie bereits oben erwähnt konnte ich die Geschichte kaum aus der Hand legen, auch, wenn mir das Ende doch ein wenig zu schnell ging und ich mir da gerne noch mehr gewünscht hätte.

Die Charaktere: Allesamt sehr unterschiedlich und teilweise auch komplex. Ich mochte sehr, dass hier nicht immer die typischen Sympathieträger*innen dargestellt wurden, sondern viele auch Ecken und Kanten aufwiesen. Dennoch empfand ich die Gewichtung der erzählten Schicksale etwas unausgewogen. Von Maya und Finn wird besonders viel erzählt, jedoch finde ich Fiona und Martins Geschichte etwas vernachlässigt, obwohl doch alle vier die Protagonist*innen sein sollten. Vor allem bei Fiona hätte ich gerne gewusst, wie es im Verlauf weiterging.

Fazit: Von mir gibt es hier 4/5 Sternen und eine Leseempfehlung. Die Geschichte hat zwar ein paar Schwächen, dennoch wird sie mir noch länger im Kopf bleiben!