Roh, atmosphärisch und mitreißend wie eine brechende Welle

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sunshine22 Avatar

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Schon die ersten Seiten von „Heaven’s Gate“ haben mich komplett abgeholt. Der Einstieg mitten in eine gewaltige Surf-Session ist intensiv, bildhaft und voller Adrenalin – man spürt die Kraft des Meeres, die Gefahr und gleichzeitig die Faszination dieses Spots. Die Beschreibungen sind so eindringlich, dass man das Salzwasser, den Lärm der Wellen und die Spannung förmlich fühlt.

Mit Caruso lernt man einen Protagonisten kennen, der rau, gebrochen und alles andere als geschniegelt ist. Seine Perspektive wirkt authentisch, direkt und manchmal brutal ehrlich. Besonders gefallen hat mir, wie schnell sich zur Naturgewalt auch menschliche Konflikte gesellen: Egos im Wasser, Gewalt, Schulden und ein Leben am Rand der Gesellschaft.

Als dann der eigentliche Kriminalfall angedeutet wird – das Verschwinden eines jungen Surfers – nimmt die Geschichte eine neue, sehr spannende Richtung. Der Kontrast zwischen paradiesischer Inselkulisse und düsteren Abgründen macht den Reiz der Leseprobe aus.

Der Schreibstil ist kraftvoll, detailreich und sehr filmisch. „Heaven’s Gate“ verspricht einen ungewöhnlichen Kriminalroman mit starkem Setting, Tiefe und viel Atmosphäre. Ich bin sehr gespannt, wie sich der Fall entwickelt – und welche Geheimnisse diese Insel noch verbirgt.