Authentisches Inselfeeling und ein Vermisstenfall
Heaven's Gate ist ein kurzweiliger Roman/Krimi auf der philippinischen Insel Surogao. Zum Einstieg hätte es für mich etwas weniger Surfer-Latein sein dürfen, aber die Geschichte nimmt schnell an Fahrt auf. Der Inselflair und die Lebensunstände werden (für mich als Nicht-Philippinen-Kennerin) sehr authentisch und anschaulich dargestellt. Dem gesamten Buch und dem kurzen Autoren-Interview am Ende kann man durchaus entnehmen, dass der Autor weiß, wovon er schreibt. Caruso und Diego sind beides interessante Charaktere mit ihrer jeweils ganz eignen Erzählstimme. Auch wenn Diego vulgär und politisch sicherlich nicht korrekt daher kommt, passt er doch in die Geschichte und hätte hierzu auch gar keine andere Verhaltensweise an den Tag legen dürfen. Im Roman wird aus der Trauminsel schnell ein Albtraum, bei dem die LeserInnen am Ende trotzdem das Gefühl bekommen, eine spannende Geschichte (fast schon lehrreiche Reportage) miterlebt zu haben.