Eine Suche im Surferparadies – kriminell gut

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Darum geht es:
Caruso, ein ehemaliger Surfprofi, der auf der philippinischen Insel Surogao, sein Leben im Alkohol ertränkt, und nur auf seinem Board, dem Surfbrett, und im Wasser zur Ruhe kommt, hat ein Geldproblem. Anschreiben ist nicht mehr und so nimmt er den Auftrag einer hübschen und reichen Spanierin an, ihren Sohn zu suchen. Schnell wird klar, dass er sich dadurch mit den falschen Leuten angelegt hat. Doch Caruso lässt sich nicht so leicht abschütteln, wenn er einmal eine Spur aufgetan hat. Auch die ein oder andere Schlägerei hält ihn nicht ab, weiterzusuchen. Damit bringt er allerdings nicht nur sich in Gefahr.

Mein Eindruck:
Herrlich, schon bei der ersten Szene, die natürlich beschreibt, wie Caruso auf dem Board bei Heaven's Gate, einem der besten Wellenspots der Welt, wartet und dann die perfekte Fahrt hinlegt, schon da bin ich in dieser Surfersprache, auf der Insel, am Strand, mir scheint die Sonne auf den Rücken. Caruso ist der Typ, der nur fürs Surfen aufsteht, ansonsten den Tag mit Trinken und noch mehr Trinken verbringt und nur aus Geldnot den nächsten Job annimmt. Eine zerbrochene Figur, deren Ursprung immer wieder durchscheint, und doch eine Figur, die sich sorgt. Nicht ohne Grund bezeichnet Daniel Faßbender Hammets und Chandlers Detektive als die »Onkel und Großväter von Caruso«. Mir fallen dazu auch die Krimis von Dick Francis ein, die ähnlich mit einem Protagonisten arbeiten, der gescheitert ist, aber dennoch für die Gerechtigkeit aufsteht und selbst über seine Grenzen geht.

Fazit:
Heaven's Gate ist ein solide, handwerklich gut aufgebauter Noir-Krimi, bei dem selbst Cliffhanger geübt und nicht aufdringlich erscheinen. Vor dem Hintergrund der Surferszene und der philippinischen Insel entwickelt sich ein rundum gut erzählter Krimi, der leicht und unterhaltsam zu lesen ist.