Ich surfe auf den Zeilen durch Carusos ersten Fall

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ninzi-jh Avatar

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Surfen - etwas, von dem ich absolut keine Ahnung habe und das mich eigentlich auch nicht im Geringsten interessiert. Aber dann fällt mir dieses Buch in die Hände und was soll ich sagen? Schon auf den ersten Seiten hat mich Daniel Faßbender bekehrt und ich lasse mich anstecken von der Seligkeit seines Protagonisten Caruso, ich fühle die Welle und höre das Meer und bin überzeugt, selten etwas Wahreres gelesen zu haben. Die Worte lösen sich vom Papier und alles fühlt sich echt und lebendig an.

Natürlich kann man keinen Roman lang in diesem Gefühl verbleiben, aber dennoch: von Anfang an stimmt für mich in dieser Geschichte die Chemie. Langsam entspinnt sich der Vermisstenfall. Verschiedene, glaubhafte und interessante Nebencharaktere betreten die Bühne. Perspektivenwechsel sorgen für zusätzliche Spannung. Die regionalen Gegebenheiten auf den Philippinen berühren mich nachhaltig. Dieses Buch ist kein oberflächlicher Urlaubskrimi, sondern tiefgründiger als es zunächst den Anschein hat. Etwa ab der Hälfte nimmt die Geschichte dann noch einmal ordentlich Fahrt auf. Wie beim Surfen gibt es auch während des Falls verborgene, gefährliche Riffe, oft nur knapp unter der Oberfläche. Caruso, der anfangs einfach nur richtig abgerockt wirkt, wächst mir mit jeder Seite mehr ans Herz - als solider Ermittler, aber vor allem einfach als guter Mensch.

Diesen Krimi empfehle ich daher uneingeschränkt weiter!