Immer besser werdend!

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Mit „Heavens Gate“ von Daniel Faßbender bin ich zunächst ganz entspannt gestartet (Rezensexemplar von vorablesen.de, daher unbezahlte Werbung). Die ersten Kapitel haben sich für mich wie ein klassischer Urlaubsroman angefühlt: Sonne, Meer, Philippinen – und mittendrin Caruso, ein ehemaliger deutscher Profisurfer, der inzwischen ziemlich abgehalftert als Gelegenheitsdetektiv lebt. Ehrlich gesagt dachte ich anfangs, ich wüsste, wohin die Reise geht.

Doch genau hier hat mich das Buch positiv überrascht. Mit dem Verschwinden eines jungen Mannes und vor allem mit dem Auftauchen seines Vaters – eines dubiosen Ganoven aus Deutschland – kippt die Atmosphäre komplett. Plötzlich geht es um Drogenhandel, Korruption und gefährliche Verstrickungen. Aus dem scheinbaren „Sonnenschein-Krimi“ wird ein deutlich härteres, spannendes Kriminalabenteuer, das mich immer stärker in seinen Bann gezogen hat.

Besonders gefallen hat mir Faßbenders klare, unkomplizierte Sprache. Man kommt gut in die Geschichte hinein, ohne über komplexe Konstruktionen stolpern zu müssen. Auch die Zahl der handelnden Personen bleibt überschaubar, was dem Plot Struktur gibt und das Lesen sehr angenehm macht. Die Figuren sind gut charakterisiert – teils bewusst ein wenig überzeichnet, etwa der Polizeichef, die Hotelwirtin oder der Vater des verschwundenen Jungen –, was ihnen viel Profil und Wiedererkennungswert verleiht.

Mit rund 290 Seiten hat das Buch zudem eine angenehme, gut schaffbare Länge: spannend genug, um einen mitzunehmen, aber nicht so umfangreich, dass man sich darin verliert. Für mich insgesamt eine klasse Geschichte, die sich stetig steigert und bis zum Schluss fesselt.

Das Cover mit der großen Welle und Caruso als Surfer steht sinnbildlich für die sich überschlagenden Ereignisse!