Rasante und spannende Reise auf die Philippinen
Ein wirklich spannender Krimi auf einer vermeintlichen Trauminsel. Der ehemalige deutsche Profisurfer Caruso gammelt zwischen Wellen, Hängematte und Rumflaschen vor sich hin. Die Insel Surogao ist längst nicht so paradiesisch wie man vermuten könnte. Doch Caruso scheint es egal zu sein, er scheint seinen Antrieb im Leben irgendwo auf Hawaii verloren zu haben. Eine schöne Spanierin weckt ihn mit einem Auftrag aus seiner Lethargie. Er soll ihren verschwundenen Sohn finden und stößt auf ein Netz aus Drogen, Verrat und Tod. Caruso ist ein sehr interessanter Charakter, ich folge ihm gern. Auch die Polizisten, Freunde und insbesondere der Schrauber und Technik-Freak Yahoo sind gut gezeichnet. Die Szenerie zwischen Touristenmeile, Surfermekka und trostloser, schäbiger Armut ist gut eingefangen. Der nahenden Regenzeiten sehen die Bewohner mit lethargischer Angst und einer Ausweglosigkeit entgegen. Man scheint sein Schicksal akzeptiert zu haben und versucht das Beste für sich herauszuholen. Dabei ist oft nicht Boshaftigkeit sondern der schiere Wille zu Überleben ausschlaggebend. So fühlt sich der Leser schnell selbst als Teil dieser schäbig-charmanten Insel. Der deutsche Drogenboss Diego, der gerade erst aus der Haft entlassen ist und sich bald in der Bedeutungslosigkeit einer Kleinstadt wiederfindet, passt für mich zunächst schwer ins Bild. Letztlich fügt sich aber alles zusammen. Der Schreibstil ist spannend und kurzweilig. Caruso verlässt am Ende zwar die Insel, ich würde mich aber freuen, wenn es ein Wiedersehen gibt.