Stille Ferne

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Mich hat die Leseprobe vor allem durch ihre leise, sensible Atmosphäre angesprochen. Sie beginnt nicht laut oder dramatisch, sondern zieht einen eher über Stimmung und Nähe zur Figur hinein — und genau das hat für mich gut funktioniert. Der Aufbau mit „Kapitel 1 / Juni / Stoff aus Licht und Wind“ gibt der Geschichte direkt eine schöne, klare Form, und auch sprachlich wirkt alles sehr stimmig: unaufgeregt, präzise und nah an Mio, sodass ihre Unsicherheit und ihr Rückzug schnell greifbar werden.
Besonders mochte ich, wie viel Gefühl in den kleinen Beobachtungen steckt: im roten Schal, in den Spannungen innerhalb der Familie und in der Sehnsucht nach Morioka. Die Spannung ist hier eher leise als mitreißend, was gut zum Stoff passt, sich aber stellenweise auch bewusst langsam entfaltet. Trotzdem hat die Leseprobe bei mir auf jeden Fall genug Neugier geweckt, um weiterlesen zu wollen — vor allem, weil Mio als Figur berührt und weil man ahnt, dass ihre Reise mehr sein wird als nur ein Ortswechsel.