Ein leiser Roman, der die Seele wärmt

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sunnyday_555 Avatar

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„Heimkehr nach Morioka“ von Yuki Ibuki war für mich in den letzten Tagen schon ein Lese-Highlight, würde ich sagen. Die Geschichte folgt der 17-jährigen Mio, die vor Schul-Mobbing und familiären Krisen in Tokio flieht. Sie zieht zu ihrem Großvater aufs Land nach Morioka, wo er eine traditionelle Wollmanufaktur betreibt. In der beruhigenden Umgebung, zwischen friedlichen Schafen und dem Rhythmus der Webstühle, findet Mio langsam wieder zu sich selbst und lernt, ihrer eigenen Stimme zu vertrauen.

Besonders schön fand ich die unaufgeregte, irgendwie schon therapeutische Atmosphäre des Buches. Der Autor schreibt irgendwie sanft! Auch der Perspektivwechsel zu Mios Vater gibt der Geschichte eine gute familiäre Tiefe.

Mein einziger Kritikpunkt: Manchmal verläuft die Handlung etwas arg harmonisch und am Ende löst sich vieles sehr im Sinne einer "heilen Welt" auf. Wer hier nervenaufreibendes Drama oder komplexe literarische Wendungen sucht, ist also an der falschen Adresse. Mich persönlich hat diese Schlichtheit aber nicht gestört. Es ist einfach ein wunderbar leiser, tröstlicher Wohlfühlroman zum Durchatmen!