Emotional japanisch

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danielae Avatar

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Yuki Ibuki beschreibt in diesem sehr emotionalen Roman nicht nur die guten Zeiten von Japan. Sie geht insbesondere auf das zumeist sehr strenger und leistungsorientierte Familien und Schulgefüge ein, sowie darauf, was passiert, wenn Neid und Mobbing zwischen Schülern zum Problem wird.

Seitdem sie von ihren Mitschülerinnen regelrecht gemobbt wird, kann Mio nicht mehr zur Schule. Sobald sie nur daran denkt, zur Schule zu gehen, beziehungsweise auf dem Weg bekommt sie ganz schlimme Bauchschmerzen und verkriecht sich seit Wochen bereits in ihrem Kinderzimmer. Sie hat Angst vor den Hänseleien ihrer Mitschülerinnen. Ihre Mutter Maki hat über die Schule versucht, das Mobbing Problem zu lösen, die Schule sieht hier jedoch kein Problem. Als ich Mio dann auch noch mit ihrer Mutter streitet, die selbst unter großem Stress steht, flüchtet sie sich zu ihrem Großvater nach Morioka, den sie noch nie persönlich getroffen hat. Der betreibt zusammen mit seiner Nichte Yuki und deren Sohn Taichi eine traditionelle Spinn-, Web- und stofffärbe Werkstatt. Über das Handwerk findet Mio nicht nur zu sich selbst, sondern auch den Weg in eine bessere Beziehung zu ihren Eltern. Gleichzeitig versuchen insbesondere die Mutter und die Großmutter Druck, auf das Mädchen aufzubauen.

Ich habe das Buch weitesgehend gerne gelesen, hatte aber immer eine richtige Wut im Bauch, wenn Großmutter und Mutter auf das Mädchen eingeredet haben, ist nicht zu Wort kommen haben lassen und sich dann beschwert haben, dass Mio nichts zu den Vorhaltungen sagte. Leider kann ich mir nur zu gut vorstellen, dass ein derartiges Verhalten in vielen Familien Usus ist und Kinder nicht nur stark verunsichern, sondern auch negativ prägen kann.

Mir hat es Spaß gemacht, das Buch zu lesen, ich mochte vor allem die sehr bildliche Beschreibung der japanischen Landschaft, der Cafés, und des Stoffhandwerks.