Heilsam und warmherzig erzählt

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Heilsam und warmherzig erzählt die Autorin Yuki Ibuki vom Erwachsenwerden der 17-jährigen Mio, die unter den psychischen Folgen von Schikanierung und Ausgrenzung leidet und vor ihrer aussichtslosen Lage nach Morioka zu ihrem Großvater flieht, der ihr die Kunst des Webens beibringt. Sowohl Mios familiäres Konfliktumfeld als auch ihre sanften Fortschritte nehmen viel Raum ein, aber trotz dieser belastenden Themen, finden sich immer wieder schöne Momente und Beschreibungen der Leichtigkeit und achtsamen Entwicklung.
Dieser ruhige Roman hält, was der Klappentext und das Cover versprechen: nachvollziehbare Selbstfindung, faszinierende Einblicke in die japanische Kultur und das Handwerk der Weberei, eine starke Verbindung zur Natur, intensive Auseinandersetzungen mit den Gedanken, Gefühlen und Konflikten der Figuren und eine subtile, zurückhaltende Erzählweise. Bei diesem Buch muss man gar nicht viel über die Handlung wissen, wenn man sich von diesen Punkten bereits angesprochen fühlt. Unterstützt durch die gelungene Übersetzung aus dem Japanischen von Charlotte Scheurer, war es ein beruhigendes und emotionales Leseerlebnis mit Tiefgang, das zum Nachdenken und Verweilen einlädt. Erzählt wird abwechselnd aus den Perspektiven von Mio und ihrem Vater Hiroshi, gewebt in eine dichte Atmosphäre und eine bildhaft ausgeschmückte Kulisse, deren Stille und Schönheit beruhigend wirkt.

Für alle, die japanische Literatur mögen und die, die eine Auszeit aus dem hektischen Alltag brauchen und sich ein Buch mit entschleunigender Kraft wünschen.