Wortgewaltig, leise und tiefgründig

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luise43 Avatar

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Manchmal braucht ein Buch keine laute Action, um zu fesseln, genau das beweist „Heimkehr nach Morioka“ von Yuki Ibuki. Der Roman besticht durch seine atmosphärischen Einblicke in den japanischen Alltag und ein jahrhundertealtes Handwerk.
Die Geschichte folgt der 17-jährigen Mio, die sich nach traumatischen Mobbingerfahrungen völlig isoliert. Schutz findet sie erst, als sie zu ihrem Großvater in die ländliche Präfektur Iwate zieht. In dessen Weberei lernt sie nicht nur das Handwerk mit Wolle und Farben, sondern findet auch langsam wieder zu sich selbst.
Die Autorin schafft es, schwierige Themen wie familiäre Entfremdung, Demenz und Existenzsorgen so zu verpacken, dass die Erzählung stets hoffnungsvoll bleibt. Die Charaktere und ihre inneren Konflikte sind greifbar und spiegeln die feinen Nuancen der japanischen Gesellschaft wider. Ein Buch voller Poesie und wunderschöner Wortbilder, das ich auch Menschen ohne Vorkenntnisse in der japanischen Literatur absolut ans Herz legen kann.