Nothing girl

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cazymonkey Avatar

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Zwei Mädchen, ein Roadtrip, eine Flucht und ein riesiges Abenteuer- tiefgründiger, erschütternder und weniger humorvoll als die Erwartungen...

Bereits das erste Kapitel war eine überraschende Achterbahnfahrt als Einstieg in dieses Jugendbuch, weil ich dreimal wirklich einen "Bitte was ?!!?!"- Moment hatte. Mit so absurd plötzlichen Handlungsumschwüngen hatte ich nicht gerechnet.
Genauso verrückt geht die Geschichte um die zwei unterschiedlichen Mädchen, einmal die privilegierte Winona aus reichem Haus und Lucille aus dem Trailerpark und im täglichen Überlebenskampf, weiter. Denn Gewalt führt die beiden zusammen, entfaltet eine bedeutungsschwere Freundschaft und bringt den benötigten Mut aus Unterdrückung und grausamen Missbrauch auszubrechen.
Hier liegt jedoch meine erste Kritik, denn die Thematik der häuslichen Gewalt wird nicht ganz wünschenswert aufgearbeitet, wie ich es bei einem Jugendbuch für die Zielaltersgruppe gehofft hätte, da die Protagonistinnen keinerlei Unterstützung (z.B. durch die Schule) erfahren und ihnen einzig die Flucht als Lösung bleibt. Trotzdem ist es durchaus in Ordnung, dass der Roman ab 14 Jahren empfohlen wird, denn je früher man mit gewissen Themen konfrontiert wird, desto eher erkennt man sie, greift vielleicht ein oder weiß zu helfen. Dennoch gibt es einige sehr gewaltvolle Abschnitte, wie Zigaretten ausdrücken auf dem Arm, in denen man vorallem auch die brutale psychische Machtausübung spürt und diese Lektüre daher mit Bedacht gewählt werden sollte.
Ein weiterer Kritikpunkt sind die bisschen wirren Gespräche, Pläne und Überlegungen zwischen Lucille und Winona, sodass sich die Handlung manchmal nicht ganz so schnell lesen ließ. Möglicherweise lässt sich dies aufgrund der zwei Autorinnen erklären oder es wurde als absichtliches- dann stimmigeres- Stilelement für den Ausdruck des jugendlichen Alters gewählt. Hierbei gefiel mir auch die wiederkehrende Verwendung des in der Männerwelt belächelten Wortes "Girls".
Am Ende bleibt kein klassisches Happy End, sondern eine leider sehr realitätsnahe Botschaft zu Freundschaft, Stärke, Mut und Liebe die sich darin finden lassen, selbst, wenn sie einem zuvor genommen wurden.

Fazit: Ein Jugendbuch mit ernster, ebenso feministischer Thematik, die in der Umsetzung mittelmäßig gelungen ist.