Ein Neuanfang, der leise Hoffnung weckt

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
balileyolaf Avatar

Von

Die Leseprobe von Ein Zuhause im Frühling von Julie Caplin stimmt sofort auf eine warmherzige Geschichte über Neuanfänge ein. Ella kehrt erschöpft und innerlich angeschlagen aus London zurück aufs Land, um für einige Monate das Cottage ihrer Patentante zu hüten. Bereits in den ersten Seiten wird deutlich, wie sehr sie versucht, nach außen Stärke zu zeigen, während innerlich alles ins Wanken geraten ist.

Besonders gelungen ist die ruhige, bildhafte Atmosphäre: Frühlingsblumen, ein gemütliches Cottage und ländliche Stille bilden einen starken Kontrast zu Ellas innerer Leere nach der Beziehungskrise. Mit viel Feingefühl beschreibt Julie Caplin diesen Moment des Stillstands, in dem man eigentlich nur allein sein möchte, um wieder zu sich selbst zu finden.

Dann tritt Tess auf den Plan - eine schwarze Labradorhündin, die Ella ungefragt „vererbt“ wird. Die Szene ist humorvoll, chaotisch und zugleich berührend, weil sie Ellas Überforderung perfekt widerspiegelt. Tess wirkt zunächst wie ein zusätzlicher Störfaktor, zugleich aber auch wie ein leiser Hoffnungsschimmer. Die entstehende Dynamik zwischen Ella und dem Hund hat Charme und verspricht Entwicklung, Wärme und neue Verbindungen.

Der Schreibstil ist leicht, flüssig und sehr einladend. Die Leseprobe macht Lust auf einen Roman, der von Heilung, Neubeginn und den kleinen, unerwarteten Wendungen des Lebens erzählt.

Ich möchte unbedingt weiterlesen, weil Ein Zuhause im Frühling das Gefühl vermittelt, dass manchmal genau das, was man am wenigsten will, am Ende genau das ist, was man am meisten braucht.