Schotten, Schafe und ziemlich viel Knistern

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Das Cover von „Highland Husbands“ hat bei mir direkt dieses typische Wohlfühl-Romance-Gefühl ausgelöst. Das Mintgrün, die Berge im Hintergrund, die Disteln und natürlich die vier Figuren machen ziemlich schnell klar, wohin die Reise geht. Ich mag, dass das Cover eher verspielt als kitschig wirkt – und spätestens der Kilt lässt auch beim Setting keine Fragen mehr offen.

Im Mittelpunkt steht Summer, eine erfolgreiche Influencerin, deren Leben nach einem ziemlich unangenehmen Social-Media-Moment plötzlich komplett aus den Fugen gerät. Sie landet eher unfreiwillig auf einer Schaffarm in den schottischen Highlands – und trifft dort auf Cameron, Fraser und Alec. Mehr muss man eigentlich gar nicht wissen, denn natürlich entwickelt sich daraus eine ziemlich turbulente Geschichte.

Ich mochte vor allem den Gegensatz zwischen Summers bisherigem Leben und der Abgeschiedenheit der Highlands. Social Media, Selbstinszenierung und permanenter Druck treffen hier auf Schafe, schlechtes Internet und Menschen, denen Followerzahlen ziemlich egal sind. Das klingt zunächst nach einer sehr klassischen „City Girl trifft Landleben“-Geschichte, bekommt aber mehr Tiefe, als ich erwartet hätte. Alle vier Hauptfiguren bringen ihre eigenen Themen und Unsicherheiten mit, sodass es nicht ausschließlich ums Verlieben geht.

Summer fand ich dabei angenehm unperfekt. Sie kann anstrengend und ein bisschen drüber sein, gleichzeitig versteht man aber immer besser, was hinter ihrer Fassade steckt. Auch Cameron, Fraser und Alec unterscheiden sich genug voneinander, dass sie nicht einfach wie drei Varianten desselben männlichen Romance-Charakters wirken. An manchen Stellen war mir das persönliche Drama allerdings fast etwas zu viel auf einmal – gefühlt hat wirklich jede Figur ein ordentliches Päckchen zu tragen.

Der Schreibstil ist locker, humorvoll und sehr unkompliziert. Trotz der rund 560 Seiten lässt sich das Buch schnell lesen. Und ja: Das Buch ist definitiv spicy. Wer mit Why-Choose- bzw. Reverse-Harem-Romance nichts anfangen kann, wird hier vermutlich nicht glücklich. Wer das Genre aber mag, bekommt genau das, was das Buch verspricht – und zwar reichlich.

Lily Gold schreibt generell zeitgenössische Why-Choose-Romance; „Highland Husbands“ ist bereits der fünfte Band ihrer Reihe, kann aber unabhängig gelesen werden. Die deutsche Übersetzung stammt von Luna Carlton.

Mein Fazit: Für mich ist Highland Husbands ein unterhaltsames Wohlfühlbuch mit viel Humor, Highland-Atmosphäre, sympathisch-chaotischen Figuren und einer großen Portion Spice. Nicht unbedingt etwas für Leser*innen, die eine vollkommen überraschende Liebesgeschichte suchen – aber perfekt, wenn man einfach mal für ein paar Stunden auf eine schottische Schaffarm verschwinden möchte.