Die Frauen von Kvalsvika, stark und unbeugsam wie das Meer.
"Dieser Sommer sollte ein Sommer werden, in dem vieles geschah, das noch nie zuvor in Kvalsvika geschehen war."
Und es geschieht viel in Kvalsvika, schönes wie schreckliches ...
Trude Teige erzählt die Geschichte der Lotsenfrau Kristiane weiter. Ich kenne den ersten Teil nicht und muss ehrlich sagen, dass mir stellenweise eine kurze Einführung gefehlt hat. Gerade zu Beginn bin ich der Geschichte ein wenig hinterhergelaufen und habe nicht alles verstanden. Und auch im weiteren Verlauf waren immer wieder Stellen, wo mir die Beziehung der Personen zueinander nicht ganz klar wurde.
Doch die Autorin bringt uns Lesern auf so eindringliche Weise das Leben der Fischer an Norwegens Westküste im 19. Jahrhundert nahe, dass ich das Hörbuch kaum unterbrechen mochte. Die raue See, das noch rauere Leben, die harte und gefährliche Arbeit an Bord der Boote. All das ist stimmungsvoll beschrieben, ich konnte das Meer riechen und den Wind im Haar spüren. Die Hörbuch-Sprecherin Yara Blümel transportiert mit dem Klang ihrer Stimme Trude Teiges Worte perfekt!
Kristiane hadert mit ihrem Schicksal, immer wieder zieht es sie ans Meer um sich gegen den Wind zu lehnen, ihren Gedanken nachzuhängen. Da macht sie eine furchtbare Entdeckung, ein totes Baby. Sofort hat sie eine Ahnung, wer die Mutter sein könnte, doch die Geschichte dazu spinnt sich durch den ganzen Roman. Heute mögen uns die "Ermittlungsmethoden" merkwürdig vorkommen, aber es wird versucht, mit den damals zur Verfügung stehenden Mitteln herauszufinden, wer die Mutter des kleinen Mädchens war und was ihr zugestoßen ist. Diesen Teil fand ich sehr traurig und bewegend, besonders als sich eine Verdächtige herauskristallisiert.
Das Leben für Frauen war hart in dieser Zeit. Kristina hat schwer darum kämpfen müssen, dass das Lotsenamt in der Familie bleiben kann. Nun möchte sie es unbedingt an ihren Sohn Anders weitergeben. Doch der liebt die Musik, hat ein besonderes Talent am Piano, während Kristianes Tochter Konstanze dafür geboren scheint, auf dem Wasser zu sein. Doch eine Frau im Lotsenamt ist unvorstellbar. Und das Schicksal hält noch mehr für die beiden Kinder bereit. Immer wieder ist die Geschichte aus ihren Augen beschrieben. Vor allem, als Konstanze die Mutter beobachtet, wie sie das tote Baby mit in die Küche bringt, war es gerade diese Perspektive die das Schreckliche noch eindrücklicher machte.
"Hinaus in den Wind" ist definitiv keine leichte Kost, schonungslos wird der Alltag damals dargestellt. Häusliche Gewalt, schwere Fischereiunfälle und das Schicksal des toten Babys machen es zu einem bedrückenden Roman. Als Kontrast dazu waren das Meer, der Fjord, der Wind, die Landschaft wunderbar beschrieben in all ihrer Wildheit und Ungezähmtheit.
So hat mir das Buch gut gefallen, die harten Seiten ebenso wie die Versuche, zueinander zu finden, das Beste daraus zu machen und dem Gesang des Meeres zu lauschen.
Fazit:
Die Frauen von Kvalsvika, stark und unbeugsam wie das Meer.
Und es geschieht viel in Kvalsvika, schönes wie schreckliches ...
Trude Teige erzählt die Geschichte der Lotsenfrau Kristiane weiter. Ich kenne den ersten Teil nicht und muss ehrlich sagen, dass mir stellenweise eine kurze Einführung gefehlt hat. Gerade zu Beginn bin ich der Geschichte ein wenig hinterhergelaufen und habe nicht alles verstanden. Und auch im weiteren Verlauf waren immer wieder Stellen, wo mir die Beziehung der Personen zueinander nicht ganz klar wurde.
Doch die Autorin bringt uns Lesern auf so eindringliche Weise das Leben der Fischer an Norwegens Westküste im 19. Jahrhundert nahe, dass ich das Hörbuch kaum unterbrechen mochte. Die raue See, das noch rauere Leben, die harte und gefährliche Arbeit an Bord der Boote. All das ist stimmungsvoll beschrieben, ich konnte das Meer riechen und den Wind im Haar spüren. Die Hörbuch-Sprecherin Yara Blümel transportiert mit dem Klang ihrer Stimme Trude Teiges Worte perfekt!
Kristiane hadert mit ihrem Schicksal, immer wieder zieht es sie ans Meer um sich gegen den Wind zu lehnen, ihren Gedanken nachzuhängen. Da macht sie eine furchtbare Entdeckung, ein totes Baby. Sofort hat sie eine Ahnung, wer die Mutter sein könnte, doch die Geschichte dazu spinnt sich durch den ganzen Roman. Heute mögen uns die "Ermittlungsmethoden" merkwürdig vorkommen, aber es wird versucht, mit den damals zur Verfügung stehenden Mitteln herauszufinden, wer die Mutter des kleinen Mädchens war und was ihr zugestoßen ist. Diesen Teil fand ich sehr traurig und bewegend, besonders als sich eine Verdächtige herauskristallisiert.
Das Leben für Frauen war hart in dieser Zeit. Kristina hat schwer darum kämpfen müssen, dass das Lotsenamt in der Familie bleiben kann. Nun möchte sie es unbedingt an ihren Sohn Anders weitergeben. Doch der liebt die Musik, hat ein besonderes Talent am Piano, während Kristianes Tochter Konstanze dafür geboren scheint, auf dem Wasser zu sein. Doch eine Frau im Lotsenamt ist unvorstellbar. Und das Schicksal hält noch mehr für die beiden Kinder bereit. Immer wieder ist die Geschichte aus ihren Augen beschrieben. Vor allem, als Konstanze die Mutter beobachtet, wie sie das tote Baby mit in die Küche bringt, war es gerade diese Perspektive die das Schreckliche noch eindrücklicher machte.
"Hinaus in den Wind" ist definitiv keine leichte Kost, schonungslos wird der Alltag damals dargestellt. Häusliche Gewalt, schwere Fischereiunfälle und das Schicksal des toten Babys machen es zu einem bedrückenden Roman. Als Kontrast dazu waren das Meer, der Fjord, der Wind, die Landschaft wunderbar beschrieben in all ihrer Wildheit und Ungezähmtheit.
So hat mir das Buch gut gefallen, die harten Seiten ebenso wie die Versuche, zueinander zu finden, das Beste daraus zu machen und dem Gesang des Meeres zu lauschen.
Fazit:
Die Frauen von Kvalsvika, stark und unbeugsam wie das Meer.