Eine Leseempfehlung!

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bellis-perennis Avatar

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„Hinaus in den Wind“ ist der zweite Band rund um Kristiane und ihre Familie an der norwegischen Küste. Obwohl Kristiane in manchen Belangen sehr fortschrittlich denkt und handelt, ist sie doch den Traditionen verhaftet. So soll ihr Sohn Anders, der ein begnadeter Pianist ist, der Familientradition folgen und Lotse werden, während die kleine Tochter das Meer liebt und durchaus das Zeug zur Lotsin hätte. Allerdings ist es Frauen zu jener Zeit verboten, als Lotse zu arbeiten. Zu diesem innerfamliären Konflikt gesellt sich ein gesellschaftlicher, denn Kristiane findet die Leiche eines Babys und muss den Behörden bei der Suche nach der Mutter helfen, was sie in weitere Schwierigkeiten bringt. Doch damit nicht genug, gesteht ihr Ehemann Lars einen Fehltritt und erwartet ihre Vergebung, so wie er ihr in den langen Jahren ihrer Ehe (beinahe) verziehen hat.

Meine Meinung:

Trude Teige hat mit diesem Roman, die Geschichte einer starken Frau, die einerseits ihr Leben selbst in die Hand nimmt (und damit gegen die damalige gesellschaftliche Ordnung verstößt) und andererseits aber die Traditionen sehr wichtig nimmt, fortgesetzt. Um die Lotsenmarke, also die (erbliche) Berechtigung Lotsendienste anzubieten, weiter in der Familie zu behalten, hat sie ihr eigenes Glück geopfert und macht dasselbe mit ihrem Sohn. Dabei lässt sie ihre Tochter links liegen. Gelegentlich erkennt sie, dass sie ihrer Tochter Unrecht tut, kann aber aus ihrer Haut nicht heraus.

Die starren gesellschaftlichen Normen, die harten Lebensbedingungen zu denen sich nun schwedische Fischer, die in den norwegischen Gewässern ihre Netze ausbreiten und die karge Landschaft machen Kristiane zu der Frau, die sie ist.

Dieser zweite Teil endet für mich ein wenig abrupt, so dass ich einen halben Stern abziehe, aber fix mit einer Fortsetzung rechne.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser atmosphärischen und emotionalen Geschichte 4,5 Sterne, die ich auf 5 Sterne aufrunde .