Mutter ohne Empathie
Auch dieses Buch von Trude Teige kommt mit großer Verspätung zu uns, die Verlagsinformationen geben 2004 als Entstehungsjahr an. Es geht wieder um Kristiane aus "Der Gesang der See", es ist aber in sich abgeschlossen.
Es geht um tiefe Probleme. Kristiane sitzt am Meer, ein Adler wirft ein Bündel ab, darin ein totes Kleinkind. Kristiane nimmt das Bündel mit. Sie ist in einem Lotsenhaus, ihr Mann Lars ist der Lotse. Sie besteht darauf, dass der Sohn Anders die Lotsentradition fortsetzen soll. Sein Traum, Musiker zu werden, wird von ihr bekämpft. In kurzen Augenblicken nimmt sie selbst wahr, dass sie als Mutter wenig bringt, sie schaut auf ihre Tochter und sagt sich "Ich sehe sie, ich nehme sie aber nicht wahr". Kristiane mag als Lotsenfrau stark sein, als Mensch ist sie aber ein Notstand. Ihre Kinder kommen sehr sympathisch herüber, die ganze Atmosphäre und vor allem Kristiane sind nordisch kalt. Die Geschichte ist sehr ernst.
Das Buch ist ein kurzer Roman, für mich eher eine größere Novelle. Trotz des ernsten Inhalts liest es sich sehr zügig. Dazu trägt eine wohl hervorragende deutsche Übersetzung bei. Beim Lesen spukte in meinem Hinterkopf Dostojewski und "Schuld und Sühne". Kein einfaches Buch, sehr ernst und nachdenklich machend. Gerade die in Kristiane übergroße Kälte und Gefühlsarmut regt an, über die ausreichende Menge an Empathie im eigenen Leben nachzudenken.
Es geht um tiefe Probleme. Kristiane sitzt am Meer, ein Adler wirft ein Bündel ab, darin ein totes Kleinkind. Kristiane nimmt das Bündel mit. Sie ist in einem Lotsenhaus, ihr Mann Lars ist der Lotse. Sie besteht darauf, dass der Sohn Anders die Lotsentradition fortsetzen soll. Sein Traum, Musiker zu werden, wird von ihr bekämpft. In kurzen Augenblicken nimmt sie selbst wahr, dass sie als Mutter wenig bringt, sie schaut auf ihre Tochter und sagt sich "Ich sehe sie, ich nehme sie aber nicht wahr". Kristiane mag als Lotsenfrau stark sein, als Mensch ist sie aber ein Notstand. Ihre Kinder kommen sehr sympathisch herüber, die ganze Atmosphäre und vor allem Kristiane sind nordisch kalt. Die Geschichte ist sehr ernst.
Das Buch ist ein kurzer Roman, für mich eher eine größere Novelle. Trotz des ernsten Inhalts liest es sich sehr zügig. Dazu trägt eine wohl hervorragende deutsche Übersetzung bei. Beim Lesen spukte in meinem Hinterkopf Dostojewski und "Schuld und Sühne". Kein einfaches Buch, sehr ernst und nachdenklich machend. Gerade die in Kristiane übergroße Kälte und Gefühlsarmut regt an, über die ausreichende Menge an Empathie im eigenen Leben nachzudenken.