Tradition - Fluch und Segen

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An der rauen norwegischen Küste in der Nähe von Alesund lebt Kristiane mit ihrer Familie. Kristiane ist eine für ihre Zeit sehr selbstbewusste, eigenständige Frau, die Leute in der Gemeinde richten sich nach ihr, sie ist so etwas wie eine inoffizielle Gemeindevorsteherin. Darunter leidet jedoch die Familie, ihre Ehe mit Lars gestaltet sich schwierig und ihre Kinder Anders und Karoline fühlen sich nicht geliebt. In eine Lotsenfamilie hineingeboren wünscht sie, dass Anders diese Tradition fortsetzt. Dieser ist jedoch mehr der Musik zugetan und strebt danach, dieses Talent zu nutzen. Zudem findet sie eines Abends am Meer ein totes Baby, die daraufhin anstehenden amtlichen Ermittlungen belasten sie ebenfalls schwer.

Leider habe ich den ersten Band nicht gelesen, trotzdem konnte ich der Geschichte gut folgen. Der Schreibstil ist sehr fesselnd, aber ruhig und einfühlsam. Ich konnte nicht nur Kristianes Nöte gut nachfühlen, sondern auch die von Anders und den anderen Familienmitgliedern. Das Setting an Norwegens Westküste ist gut gewählt, es betont die teilweise doch recht düstere Stimmung der Geschichte sehr gut. Der Kontrast zu den Besuchen im lebhaften Alesund ist sehr gut spürbar. Besondere Spannung verleiht der Geschichte der Strang um das tote Baby. Auch die Tatsache dass das eine oder andere immer noch aktuelle Thema bearbeitet wurde, z.B. häusliche Gewalt und Frauenrechte, verleiht der Geschichte Spannung und Glaubhaftigkeit.
Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, es hat mich gut unterhalten und auch noch eine Weile beschäftigt. So empfehle ich es sehr gerne weiter.