Green-like

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
mirko Avatar

Von

Etwas Neues von John Green in der Hand zu halten, ist immer mit einer gewissen Vorfreude verbunden, weil er mir schon zahlreiche wunderbare Lesestunden verschafft hat. „Hollywood Ending“ wird als sein erster Liebesroman für Erwachsene vermarktet, was wahrscheinlich stimmt, aber eher belanglos ist.
Es geht um Juniper und Kai, zwei Jungschauspieler, die sich am Set kennen und lieben lernen, denen aber die Schattenseiten ihrer Kindheit im Weg stehen. Diese werden durch das Promi-Leben unfreiwillig an die Öffentlichkeit gebracht, bis sie sich die Frage stellen müssen, was sie wirklich wollen.
Green macht die beiden zu Ich-Erzählern. Man lernt sie als Leser so gut kennen, dass man sich schnell mit ihnen verbunden fühlt. Das macht der Autor wie kaum ein zweiter. Er hat schon in der Vergangenheit so wunderbare Charaktere geschaffen (Alaska werde ich nie vergessen). Und auch Kai und Juniper begleitet man gerne und intensiv.
Es ist schwer einen Roman von John Green in einem Jahr zu bewerten, in dem man Tolstoi, Gogol und Steinbeck gelesen hat. Aber ich frage mich immer, was ein Roman mit mir macht und verbinde ihn mit der Frage, was die Absicht des Autors war. Und mit Blick darauf muss ich sagen, dass „Hollywood Ending“ mir eine gute Zeit beschert hat. Es werden tiefgründige Themen behandelt, ohne dass sich das Ganze schwer anfühlt. Das Buch lebt von großartigen Charakteren und wird dadurch letztlich zu einem modernen Roman, der nicht den allerhöchsten literarischen Anspruch erfüllen muss, dabei aber dennoch zum Nachdenken anregt. Ich glaube auch, dass es nicht viele AutorInnen gibt, die ein Setting, wie man es hier vorfindet, überhaupt authentisch und ohne Kitsch skizzieren können. Man verbringt gerne Zeit mit Juniper und Kai. Und genau das macht diesen Roman von John Green so einzigartig.