Green wird erwachsen

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janps Avatar

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John Green für Erwachsene, das klang für mich nach einem Autor, der ein neues Etikett aufklebt und sonst alles beim Alten lässt. Ganz falsch lag ich nicht, der Ton ist vertraut, aber das Thema hat deutlich mehr Gewicht.
Kai und Juniper sind zwei junge Schauspieler, die in einem kleinen Film über Andy Warhol besetzt werden. Der Film wird besser als erwartet, und plötzlich bestehen ihre Tage aus Pressetouren, Interviews und sorgfältig gepflegtem Image. Kai trägt dazu den Missbrauch durch einen Lehrer mit sich herum. Als dieser Teil seiner Geschichte an die Öffentlichkeit gerät, macht die Branche daraus prompt Material für die Vermarktung. Die Fragen, die sich daraus ergibt: Was bleibt von einem Menschen, wenn er zur Geschichte wird?
Wie Green damit umgeht, hat mich beeindruckt. Er erzählt zurückhaltend, die Details kommen erst nach und nach. Dazu gibt es viel Humor, vor allem bei den Branchenfiguren. Die sind allerdings eher Karikaturen und wirken neben den feiner gezeichneten Hauptfiguren etwas grob.
Einziger kleiner Kritikpunkt: Juniper und Kai klingen als Erzähler erstaunlich ähnlich, beide mit dem typischen Green-Sound aus klugen, geschliffenen Gedanken.
Trotzdem: ein Buch, das sich mit Humor und Herz an ein ernstes Thema herantraut und dabei selten danebengreift. Wer Green mochte, wird es lieben. Wer ihn bisher mied, sollte ihm noch mal eine Chance geben. Es lohnt sich!