"Hollywood, ending" reviewed

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Die Anfang 20jährigen Protagonisten, Schauspieler Kai und Juniper, sind beide geprägt von traumatischen Kindheitserfahrungen, gehen aber sehr unterschiedlich damit um, als ihr Arthousefilm sie plötzlich bekannt macht und ihr Privatleben an die Öffentlichkeit gezerrt wird.

Insbesondere Kai finde ich differenziert und beeindruckend charakterisiert, wohingegen Juniper etwas schablonenhaft überzeichnet wirkt und Dinge sagt, die nicht zu ihrem Alter passen. Aus John Greens Podcast "The anthropocene reviewed" weiß ich, dass die Mountain Goats seine Lieblingsband sind. Kai trägt an einer Stelle ein T-Shirt dieser Band. Er scheint leider Greens deutlich bevorzugter Charakter zu sein.

Die Missachtung der Privatsphäre von in der Öffentlichkeit stehenden Personen zum Zweck der Gewinnmaximierung stellt der Autor realitätsnah und erschreckend dar. Diese Verantwortungslosigkeit (Verantwortungsdiffusion wäre eine Verharmlosung) und Grausamkeit kommen mit der bestürzenden Selbstverständlichkeit daher, die der neoliberale Hyperkapitalismus mit sich bringt. Auch das Thema Kunst versus Kommerz wird differenziert thematisiert.

Die Enthüllung nach 4/5 des Buches hat mich leider ganz und gar nicht überrascht, sie war zu vorhersehbar. Auch die Lösung der Probleme zwischen Kai und Juniper erscheint zu schnell und zu glatt, insbesondere angesichts der Schwere der Probleme, mit denen sie zu kämpfen haben. Das "Hollywood ending" passt allerdings zum Titel und ergibt im Kontrast dazu ein "Satzzeichen-Spiel", das war wohl wichtiger.

Fazit: Durchaus empfehlenswert, solange man über das wenig glaubhafte Ende hinwegsieht. Das Gespräch zwischen den Hörbuchsprechern und dem Autor, das dem englischsprachigen Hörbuch angehängt war, gab zusätzlich interessante Einblicke.