Hollywoods Schattenseiten

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stef9274 Avatar

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Mit großer Vorfreude habe ich mich auf den neuen Erwachsenenroman von John Green gestürzt. Vorab kann ich sagen: Meine Euphorie wurde etwas gedämpft, aber es ist trotzdem eine gute Geschichte.

Wir tauchen mit den Protagonisten Juniper und Kai ein in die Welt Hollwoods und bekommen einen Einblick hinter die Kulissen. Die beiden sind aufstrebende Stars. Sie ehrgeizig und perfektionistisch, hat bereits Erfahrung durch einige erste Rollen. Er, verträumt, eher introvertiert und bisweilen von den auf ihn einprasselnden Eindrücken der Celeb-Welt überfordert. Beide haben durch Traumata und Vorbelastungen in der Kindheit ihr Päckchen zu tragen. Der Film "Andy Warhol wird nie alt" soll nun für beide der große Durchbruch sein. Weitere Filmprojekte locken bereits am Horizont.

Wenngleich ich das Setting total spannend finde und hier gerne hinter die Kulissen blicke (wer würde nicht gerne mal beim Lieblingsstar Mäuschen spielen und schauen, wie sein Leben wirklich aussieht?), konnte mich die Story emotional irgendwie nicht so abholen, wie ich mir das gewünscht hatte. Man erfährt zwar von den Vorgeschichten der Protagonisten und gerade bei Kai ist man ständig dabei, was ihn gerade bewegt, aber dennoch bleibt da eine Distanz beim Lesen.

Tatsächlich fand ich die Erzählung stellenweise melancholisch bis bedrückend, weil der Hollywood-Ruhm gerade für Kai eher finster wirkt. Als Kontrast dazu hat mich Junipers Perfektionismus teilweise wirklich aufgeregt. Ich finde beide Verhaltensweisen irgendwie nachvollziehbar, aber so richtig sprang der Funke nicht über. Auch die Liebesgeschichte, mit der ja schon auf dem Cover geworben wird, kam nicht so richtig in Gang. Die Figuren sind in einander verliebt, beschreiben das Ganze aber so sachlich, dass ich da einfach nichts gefühlt habe. Möglich, dass das mit Kais Trauma auch absolut so sein muss, aber hier hätte ich mir dann mehr Kommunikation oder Emotionen im inneren Monolog gewünscht.

Insgesamt spricht John Green wichtige und auch spannende Themen an, aber mir fehlte der letzte Sog, der einen wirklich in der Geschichte mitnimmt.