Spannender Blick hinter die Kulissen mit blassen Figuren

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jori1020 Avatar

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John Green hat mich mit seinen Jugendbüchern schon das ein oder andere Mal begeistert. Entsprechend neugierig war ich auf 'Hollywood, Ending', seinen ersten Roman für ein erwachsenes Publikum. Darin entführt er uns in eine Welt, in der Ruhm und Erfolg ihren Preis haben: Juniper, ein ehemaliger Kinderstar, versucht, im Filmgeschäft wieder Fuß zu fassen, während Kai als Schauspielneuling noch ziemlich unbedarft in diese Welt stolpert. Bei den Dreharbeiten zu einem Film über Andy Warhol begegnen sich die beiden und schnell zeigt sich, dass es in Hollywood um weit mehr geht als um Kunst und Karriere.

Besonders gut gefallen hat mir der Blick hinter die Kulissen der Filmindustrie. Green zeigt detailliert, wie hart das Geschäft ist, wie sehr öffentliche Wahrnehmung, Vermarktung und soziale Medien das Leben der Schauspieler*innen bestimmen und wie wenig Privatsphäre bleibt, wenn das eigene Leben zur öffentlichen Angelegenheit wird. In dieser Ausführlichkeit habe ich über Hollywood bisher selten gelesen. Auch die Informationen zu Andy Warhol fügen sich spannend in die Handlung ein und machen deutlich, wie gut Green sich mit seinen Themen auseinandergesetzt hat.

Leider konnten mich die Figuren nicht gleichermaßen überzeugen. Obwohl ihre Vergangenheit und ihre persönlichen Verletzungen immer wieder zur Sprache kommen, blieben Juniper und Kai für mich erstaunlich blass. Vieles wird erklärt und wiederholt, statt sich aus ihrem Verhalten heraus zu erschließen. Auch die Liebesgeschichte wollte für mich nicht so recht funktionieren. Die Verbindung zwischen den beiden blieb lange schwer greifbar und emotional konnte ich ihre Entwicklung nur bedingt nachvollziehen. Da hat John Green schon ungewöhnlichere Figuren mit mehr Tiefe erschaffen.

Auch die Handlung braucht eine Weile, um in Schwung zu kommen, wobei manche Szenen sich für meinen Geschmack zu oft im Kreis drehen. Im späteren Verlauf nimmt die Geschichte allerdings an Fahrt auf und das Ende hat mir wieder besser gefallen.

'Hollywood, Ending' ist für mich deshalb ein Roman mit zwei sehr unterschiedlichen Seiten: Der Blick auf das knallharte Filmbusiness ist aufschlussreich und faszinierend, die Figuren bleiben dagegen hinter ihren Möglichkeiten zurück. Wer sich für Hollywood, die Mechanismen des Ruhms und die Schattenseiten des öffentlichen Lebens interessiert, dürfte hier einiges entdecken. Mich hat das Buch inhaltlich stärker überzeugt als emotional.