Eine unerwartete Geschichte

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annaazalee Avatar

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Der Kriminalroman „Holmes & Moriarty“ von Gareth Rubin ist eine moderne Adaption zu den bekannten Sherlock Holmes-Krimis.
In dieser ungewöhnlichen Geschichte wird erzählt, wie Sherlock Holmes und sein Erzfeind Professor Moriarty gezwungen sind, gemeinsame Sache zu machen. Ausgangspunkt ist ein mysteriöses Schauspiel, das in London für Aufsehen sorgt und dessen Aufführung bald in tödlichen Ernst umschlägt: Mehrere Morde geschehen, und schnell fällt der Verdacht auf Moriarty.
Die Grundidee sorgt für Spannung und die Handlung entwickelt sich temporeich, voller Wendungen und mit einer dichten Atmosphäre, die den Tonfall Conan Doyles gekonnt aufgreift. Besonders gelungen ist die Gegenüberstellung der beiden gegensätzlichen Figuren, deren Dynamik das Buch über große Strecken trägt.
Etwas schwieriger macht die Lektüre jedoch die gewählte Erzählstruktur: Rubin lässt abwechselnd Dr. Watson und Sebastian Moran, Moriartys rechte Hand, zu Wort kommen. Diese zwei Perspektiven eröffnen zwar interessante Blickwinkel, verwirren aber mitunter, da die Übergänge nicht immer sofort klar erkennbar sind. Gerade wer eine geradlinige Holmes-Erzählung erwartet, muss hier mehr Aufmerksamkeit aufbringen.
Hinzu kommt, dass die Geschichte im letzten Drittel eine Wendung ins Fantastische nimmt: dies mag manchen Lesern gefallen, andere dürften jedoch die Plausibilität vermissen, die man traditionell mit Holmes verbindet.
Fazit: Insgesamt ist es ein unterhaltsamer Roman, der Spannung garantiert und als mutige Neuinterpretation funktioniert. Wer bereit ist, sich auf die ungewöhnliche Erzählweise einzulassen und ein wenig Fantasy im Holmes-Universum zu akzeptieren, wird hier ein packendes Leseerlebnis finden.