Genialer Mix aus Geisterstunde und psychologischem Thriller

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melina.kl Avatar

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Riley Sager spielt in „HOME“ meisterhaft mit der Frage: Gibt es Geister oder sind die Menschen das wahre Monster? Der Leseeindruck ist geprägt von einer extrem dichten, fast schon klaustrophobischen Atmosphäre.
Das Besondere ist die Meta-Ebene. Als Leser schwankt man gemeinsam mit Maggie: Man möchte ihr glauben, dass Geister nicht existieren, aber die Ausschnitte aus dem Buch des Vaters sind so packend und schaurig geschrieben (Stichwort: der „Schattenmann“), dass sich unweigerlich Gänsehaut einstellt. Sager nutzt klassische Spukhaus-Motive – seltsame Geräusche, stehengebliebene Uhren, die Isolation im Wald –, bricht sie aber immer wieder durch Maggies rationalen Blick als Handwerkerin.
Der Schreibstil ist flüssig und sorgt für einen enormen Sog. Man möchte unbedingt herausfinden, was in jener letzten Nacht vor 25 Jahren wirklich geschah und warum die Eltern so verzweifelt geflohen sind.
Mein Fazit:
Ein absolutes Muss für Fans von Mystery-Thrillern und modernen Spukgeschichten wie The Haunting of Hill House. Die Mischung aus Familiengeheimnis, Skepsis und klassischem Horror ist perfekt ausbalanciert. Ein Pageturner, der einen zweifeln lässt, ob man nachts wirklich das Licht ausschalten sollte. Gänsehaut garantiert!