Kalter Atem der Vergangenheit
Der Eindruck aus der Leseprobe bleibt dicht, kühl und unruhig: Marsí bewegt sich wie im Halbschlaf durch eine Welt, in der Schuld, Angst und Erinnerungen ineinanderfließen. Der anonyme Brief reißt alte Wunden auf, und die Rückkehr ins Elternhaus verstärkt das Gefühl, dass unter der Oberfläche etwas Gärendes liegt. Die Autorin schafft es, schon früh eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen – leise, aber stetig drängend, getragen von Schlafentzug, Familiengeheimnissen und einer Vergangenheit, die sich weigert, still zu bleiben.