Spannender Start!

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lythanja Avatar

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Der Leseeindruck hat auf mich insgesamt einen spannenden, aber auch etwas anstrengenden Eindruck gemacht. Am Anfang wird man direkt in die Situation hineingezogen, als Marsibil den Brief bekommt. Dadurch entsteht sofort Spannung, weil man merkt, dass dieser Brief etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun hat. Man will wissen, wer ihn geschrieben hat und warum er sie so stark verunsichert.

Die Hauptfigur wirkt glaubwürdig, vor allem durch ihre Angst und ihre Schlaflosigkeit. Man merkt, dass sie psychisch belastet ist und sich viele Gedanken macht. Teilweise fand ich ihre Gedanken aber etwas lang und wiederholend, wodurch sich das Lesen stellenweise gezogen hat. Trotzdem versteht man gut, wie sehr sie unter dem Verschwinden ihrer Schwester leidet und wie stark ihre Schuldgefühle sind.

Die Familie wird eher unangenehm dargestellt. Die Gespräche mit den Eltern wirken teilweise komisch oder unpassend, zum Beispiel beim Essen. Das macht die Stimmung zwar realistischer, aber auch etwas unangenehm beim Lesen. Gleichzeitig zeigt es gut, dass in der Familie vieles nicht richtig verarbeitet wurde.
Die Rückblicke in die Vergangenheit sind interessant, weil sie erklären, was passiert sein könnte. Besonders wichtig ist die Sache mit der Brieffreundschaft, weil dadurch ein möglicher Zusammenhang mit dem Verschwinden entsteht. Das macht neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte.

Die Sprache ist insgesamt verständlich, aber manchmal sehr ausführlich und detailreich. Das passt zur Stimmung, kann aber auch dazu führen, dass man langsamer vorankommt. Positiv ist, dass die Atmosphäre durch die Beschreibungen sehr deutlich wird.

Insgesamt ist die Leseprobe spannend und macht neugierig, auch wenn sie an manchen Stellen etwas zu ausführlich ist. Ich würde den Text mit 3,5 von 5 Sternen bewerten.