Wenn die Schuld der Vergangenheit niemals schläft
Cover & Gestaltung:
Das Cover hat mich sofort auf eine sehr beklemmende Art und Weise angesprochen. Man starrt direkt in ein einzelnes, hellwaches Auge, das durch einen schmalen Spalt blickt, was bei mir sofort Unbehagen ausgelöst hat. Es wirkt wie ein Blick durch einen Türschlitz oder einen Zaun, als würde man jemanden beim Verstecken beobachten oder selbst beobachtet werden. Die Kombination aus dem kühlen Blau des Holzes und der wuchtigen, gold-gelben Schrift erzeugt eine unheimliche Spannung. Besonders der Untertitel "Wenn die Lüge erwacht, wird dein Albtraum Wirklichkeit" wirkt wie ein Echo auf Marsibils Angst, dass ihre alte Lüge sie nun, zehn Jahre später, endgültig einholt.
Schreibstil & Atmosphäre:
Der Schreibstil hat mich direkt in Marsibils schlaflose Welt gezogen. Die Autorin schafft es, eine unglaublich dichte, fast schon klaustrophobische Atmosphäre aufzubauen. Eine Szene, die mir besonders im Kopf geblieben ist, ist der Moment, in dem Marsibil am Morgen die Blätter ihrer Friedenslilie zählt. Dass sie auf eine andere Zahl kommt als am Vortag und immer wieder nachzählen muss, verdeutlicht ihren schleichenden Realitätsverlust durch den Schlafmangel extrem gut. Man spürt förmlich diesen "Lehm im Kopf", von dem sie spricht, und das Brennen der Augen nach vier schlaflosen Nächten. Die Beschreibungen des isländischen Winters und des Hauses Nátthagi, das von außen prachtvoll wirkt, innen aber nach alten Handtüchern stinkt und braune Ablagerungen in der Wanne hat, sind so greifbar, dass ich beim Lesen eine Gänsehaut bekommen habe.
Charaktere & Erwartungen:
Marsibil ist eine faszinierende Protagonistin, deren psychische Verfassung mich sehr berührt hat. Sie scheint völlig in der Vergangenheit gefangen zu sein, geplagt von einem tiefen Selbsthass, weil sie glaubt, durch ihre Brieffreund-Lüge schuld am Verschwinden ihrer Schwester Stína zu sein. Der Kontrast zwischen der strahlenden Stína und der eher mürrischen Marsibil wird in den Rückblenden toll herausgearbeitet. Auch die Mutter, die als ehemalige Schauspielerin immer noch eine gewisse Kälte und Theatralik ausstrahlt, finde ich unheimlich spannend. Ich erwarte eine psychologisch tiefgründige Geschichte, in der die Grenzen zwischen Wachtraum und Realität immer weiter verschwimmen.
Warum ich weiterlesen möchte:
Ich muss unbedingt wissen, wer diesen Brief geschrieben hat. Dass nach zehn Jahren plötzlich wieder diese Handschrift mit dem markanten "G" auftaucht, ist der absolute Cliffhanger.
War Bergur wirklich an der Brücke?
Und was hat es mit dem Haarbüschel auf sich, das Marsibil nach dem Essen aus ihrem Hals zieht? Diese ekelerregende und gleichzeitig mysteriöse Szene hat bei mir so viele Fragen hinterlassen. Ich will herausfinden, was in jener Nacht im November 1967 wirklich an der Brücke passiert ist und ob Stína vielleicht doch noch irgendwo da draußen ist.
Das Cover hat mich sofort auf eine sehr beklemmende Art und Weise angesprochen. Man starrt direkt in ein einzelnes, hellwaches Auge, das durch einen schmalen Spalt blickt, was bei mir sofort Unbehagen ausgelöst hat. Es wirkt wie ein Blick durch einen Türschlitz oder einen Zaun, als würde man jemanden beim Verstecken beobachten oder selbst beobachtet werden. Die Kombination aus dem kühlen Blau des Holzes und der wuchtigen, gold-gelben Schrift erzeugt eine unheimliche Spannung. Besonders der Untertitel "Wenn die Lüge erwacht, wird dein Albtraum Wirklichkeit" wirkt wie ein Echo auf Marsibils Angst, dass ihre alte Lüge sie nun, zehn Jahre später, endgültig einholt.
Schreibstil & Atmosphäre:
Der Schreibstil hat mich direkt in Marsibils schlaflose Welt gezogen. Die Autorin schafft es, eine unglaublich dichte, fast schon klaustrophobische Atmosphäre aufzubauen. Eine Szene, die mir besonders im Kopf geblieben ist, ist der Moment, in dem Marsibil am Morgen die Blätter ihrer Friedenslilie zählt. Dass sie auf eine andere Zahl kommt als am Vortag und immer wieder nachzählen muss, verdeutlicht ihren schleichenden Realitätsverlust durch den Schlafmangel extrem gut. Man spürt förmlich diesen "Lehm im Kopf", von dem sie spricht, und das Brennen der Augen nach vier schlaflosen Nächten. Die Beschreibungen des isländischen Winters und des Hauses Nátthagi, das von außen prachtvoll wirkt, innen aber nach alten Handtüchern stinkt und braune Ablagerungen in der Wanne hat, sind so greifbar, dass ich beim Lesen eine Gänsehaut bekommen habe.
Charaktere & Erwartungen:
Marsibil ist eine faszinierende Protagonistin, deren psychische Verfassung mich sehr berührt hat. Sie scheint völlig in der Vergangenheit gefangen zu sein, geplagt von einem tiefen Selbsthass, weil sie glaubt, durch ihre Brieffreund-Lüge schuld am Verschwinden ihrer Schwester Stína zu sein. Der Kontrast zwischen der strahlenden Stína und der eher mürrischen Marsibil wird in den Rückblenden toll herausgearbeitet. Auch die Mutter, die als ehemalige Schauspielerin immer noch eine gewisse Kälte und Theatralik ausstrahlt, finde ich unheimlich spannend. Ich erwarte eine psychologisch tiefgründige Geschichte, in der die Grenzen zwischen Wachtraum und Realität immer weiter verschwimmen.
Warum ich weiterlesen möchte:
Ich muss unbedingt wissen, wer diesen Brief geschrieben hat. Dass nach zehn Jahren plötzlich wieder diese Handschrift mit dem markanten "G" auftaucht, ist der absolute Cliffhanger.
War Bergur wirklich an der Brücke?
Und was hat es mit dem Haarbüschel auf sich, das Marsibil nach dem Essen aus ihrem Hals zieht? Diese ekelerregende und gleichzeitig mysteriöse Szene hat bei mir so viele Fragen hinterlassen. Ich will herausfinden, was in jener Nacht im November 1967 wirklich an der Brücke passiert ist und ob Stína vielleicht doch noch irgendwo da draußen ist.