Brief-Feindschaft

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
firstimpression Avatar

Von

Das Cover erinnert an Jack Nicholson in Shining und lässt einen angenehm erschauern.
Schon der Prolog hinterlässt ein ungutes Gefühl. Wie im gesamten Buch vermischen sich Traum, Erinnerungen und Wirklichkeit.

Marsi leidet seit zehn Jahren unter dem mysteriösen Verschwinden ihrer Schwester. Sie befürchtet, eine Mitschuld zu tragen, da sie sich in einer Brieffreundschaft als ihre Schwester ausgegeben hat.

Die Geschichte spielt in einem kleinen Kaff, in dem jeder jeden kennt, und wird abwechselnd aus der Perspektive von Marsi und ihrer verschwundenen Schwester Kristin erzählt. Die düstere, bedrohliche Stimmung zieht sich durch die gesamte Handlung, wobei eine ekelerregende Hühnerfarm ihr Übriges dazu beiträgt.

Die Erzählung entwickelt nie ein hohes Tempo, hat in der Mitte einen Hänger, steigert aber dann die Spannung kontinuierlich. Nahezu jeder im Dorf, ebenso wie der geheimnisvolle fremde Journalist, wirkt verdächtig, und das bis zur letzten Seite.

Die Auflösung des Falls trifft einen schliesslich unvorbereitet: Statt Erleichterung bleibt einem das Ende beklemmend, wie ein Hühnerknochen, im Hals stecken. Absolute Leseempfehlung.