„Dem tat ich das Schlimmste an, den ich am meisten liebte“

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europeantravelgirl Avatar

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Marsibil kehrt nicht gerne aus Reykjavik zurück ins Elternhaus, denn alles dort und in ihrem Heimatort erinnert sie an ihre ältere Schwester Kristin, die vor zehn Jahren spurlos verschwand. Und an die schwere Schuld, die seitdem auf ihren Schultern lastet und von der niemand etwas ahnt.

Der Thriller ist ein Nordic Noir der allerfeinsten Sorte. Dazu serviert uns die Autorin mit Marsibil, genannt Marsi, eine ganz eigensinnige Heldin voller Ecken und Kanten. Obwohl nein, genau genommen hat Marsi keine Kanten, sondern ihre Ränder verschwimmen zwischen Realität und Traum. Man bekommt Marsi als Protagonistin nicht zu greifen. Als Erzählerin ist sie so unzuverlässig, dass man sie am liebsten packen möchte, doch schon wieder entgleitet sie einem und man weiß nicht, was ist Wahn oder Wirklichkeit.

Schritt für Schritt taumelt Marsi wie im Rausch durch ihre Suche nach der Wahrheit, stochert im tiefsten Nebel und fördert dabei Hinweise zutage, die sie unweigerlich einer entsetzlichen Lösung näherbringen. Die Hinweise des Kriminalfalls sind von Anfang an schlüssig eingestreut, die Anzeichen klar erkennbar und man ahnt früh, worauf es hinauslaufen könnte. Dennoch schafft es die Autorin, dem Thriller ein fulminantes Finale mit unerwarteten Wendungen zu verpassen und dabei das Erzähltempo noch einmal kräftig anzuziehen.

Mich hat dieser düstere nordische Thriller bestens unterhalten!